Mithilfe eines Nabendiffusors kann insbesondere bei axial gebauten Rohrgehäusepumpen die Durchflussgeschwindigkeit hinter dem Laufrad verzögert werden. Dabei erfolgt durch allmähliches Verkleinern des Nabendurchmessers die Vergrößerung des freien Durchflussquerschnittes. Nabendiffusoren sind (innen) an der Nabenkontur und an der zylindrischen Außenkontur ablösungsgefährdet (siehe Ablösung).
siehe Abb. 1 Nabendiffusor
Abb. 1 Nabendiffusor: Anordnung hinter dem axialen Propeller einer Rohrgehäusepumpe.
Das Nabenverhältnis (ν) stellt bei Kreiselpumpen eine kennzeichnende geometrische Größe des Laufrades dar und wird wie folgt definiert:
Das Nabenverhältnis ist so zu wählen, dass ein optimales Saugverhalten erreicht werden kann. Große Bedeutung für die Wahl des bestmöglichen Nabenverhältnisses haben auch der Wirkungsgrad bei verschiedenen spezifischen Drehzahlen und andere konstruktive Gesichtspunkte wie z. B. bei der Förderung von Schmutzwasser die ver- oder einstellbaren Schaufeln.
Die Nassaufstellung wird überwiegend bei größeren Vertikalpumpen angewendet. Dabei ist die teilweise oder gesamte Überflutung des Pumpengehäuses gestattet oder sogar erforderlich (siehe Tauchpumpe). Im Gegensatz dazu steht die Trockenaufstellung.
Die Nasskühlung ist ein Kühlverfahren in der Kraftwerkstechnik. Dabei wandelt ein Kondensator mithilfe von Wärmetauschern den Dampf in Wasser um.
Die Kühlung kann dabei durch Einsatz von Frischwasser, eines Kühlturmes oder einer Kombination aus Frischwasser und Kühlturm herbeigeführt werden. Eine alternative Kühlart ist die Trockenkühlung. Man unterscheidet drei Verfahren der Nasskühlung:
Kühlung mit Frischwasser
Bei der Kühlung mit Frischwasser wird das Kühlwasser einem Fluss, See oder Meer entnommen. Dieses wird von den Kühlwasserpumpen durch den Wärmetauscher gedrückt und von dort wieder in das Gewässer zurückgeleitet.
Kühlung über Kühlturm
Bei der Kühlung über einen Kühlturm wird das Kühlwasser einmalig je nach Standort des Kraftwerkes einem Fluss, See oder Meer entnommen und in ein Sammelbecken (unter dem Kühlturm) geleitet. Von dort wird das Wasser mit Pumpen abgesaugt, durch den Wärmetauscher gedrückt und dann über den Kühlturm wieder in das Sammelbecken geleitet. Das dabei durch die Verdunstung oder Leckage verloren gegangene Wasser muss wieder ersetzt werden.
Kühlung mit Frischwasser und über Kühlturm
Je nach Wärmebelastbarkeit eines Flusses oder Sees wird von Frischwasserbetrieb auf kombinierten Frischwasser-Kühlturmbetrieb umgeschaltet. Dabei muss die Kühlwasserpumpe die Förderhöhe sowohl für den Frischwasser- als auch für Kühlturmbetrieb aufbringen. Ist dies aus hydraulischen Gründen nicht realisierbar, ist ein wirtschaftlicher Betrieb für beide Betriebsdaten nicht gegeben. Dann sind andere Lösungen gefragt.
Alternativen zum Aufbringen der erforderlichen Förderhöhen für Frischwasser- und Kühlturmbetrieb
Der Kühlkreislauf wird in je einen Kreislauf für Frischwasser- und Kühlturmkühlung aufgeteilt. Damit gelangt das Wasser nach dem Wärmetauscher nicht sofort in den Fluss, sondern läuft den Kühlturmpumpen zu. Diese fördern dann das Wasser erst über die Kühltürme, bevor es gekühlt entweder in den Fluss zurückläuft (Ablaufkühlung) oder aber direkt wieder der Kühlwasserpumpe zufließt.
Ein Nassläufermotor ist meist ein Asynchron-Kurzschlussläufermotor (siehe Asynchronmotor), dessen Läufer und Lagerung im Fördermedium betrieben werden. Sie erfordern bei der Konstruktion, Montage und Inbetriebnahme besondere Aufmerksamkeit, damit deren Motorinnenräume zuverlässig befüllt und entlüftet sowie Festkörper im Fördermedium von den flüssigkeitsgeschmierten Gleitlagern ferngehalten werden.
Unterschieden werden die Nassläufermotoren in deren Ausführung mit trockener (siehe Spaltrohrmotor) und nasser Wicklung des Stators (nasser Motor).
Nasser Motor
Der nasse Motor ist vollständig mit Flüssigkeit (bevorzugt Wasser) gefüllt. Mit dem Läufer und seiner Lagerung liegen auch der Stator und die Wicklung einschließlich der Zuleitungsanschlüsse in der Flüssigkeit. Voraussetzung ist eine wasserfeste und druckdichte Isolation aller spannungsführenden Teile. Der nasse Motor wird als Antriebsmotor (sieheUnterwassermotor) in Brunnen für Unterwassermotorpumpen und für stopfbuchslose Umwälzpumpen in konventionellen Kraftwerken eingesetzt. siehe Abb. 1 Nassläufermotor
Abb. 1 Nassläufermotor: Stopfbuchslose Umwälzpumpe mit nassem Motor und wassergek ühlter Wärmesperre für konventionelle Kraftwerke
Der Leistungsbereich beträgt ca. 1 kW bis 2.500 kW (stopfbuchslose Umwälzpumpe) und 3.500 kW (Unterflüssigkeitsmotor) bei Betriebsspannungen, die im Normalfall bis 6,6 kV und in Sonderfällen bis 10 kV reichen.
Die NAVIER-STOKES-Gleichungen beschreiben die Strömungen von Fluiden und sind Grundgleichungen der Strömungslehre. Die Gleichungen berücksichtigen Trägheits-, Feld-, Druck- und Zähigkeits- (Reibungs-) Kräfte.
Die Nenndrehzahl (nN) ist ein geeigneter gerundeter Drehzahlwert zur Klassifizierung oder Gliederung des Drehzahlbereiches (siehe Nennwert). Die Nenndrehzahl ist nicht mehr die bisher im Liefervertrag vereinbarte Drehzahl, sondern eine meistens davon abweichende, abgerundete und allgemein vereinbarte Drehzahl wie 2.900, 1.450, 980 min-1 bei einer Netzfrequenz von 50 Hz oder 3.500, 1.750, 1.180 min-1 bei 60 Hz.
Die Bezeichnung "Nenndruck" wurde in PN geändert, da sie nur ungefähr mit den zulässigen Drücken in Verbindung steht und daher als irreführend angesehen wurde. siehe Abb. 1 und 2 PN
Als Nennweite wird der Durchmesser einer Leitung oder das Anschlussmaß einer Armatur bezeichnet. In Kombination mit dem Nenndruck wird dazu der ungefähre Innendurchmesser in Millimeter nach der ISO 6708 in Form einer dimensionslosen Zahl, der die Bezeichnung DN vorangestellt wird (z. B. DN 100), angegeben. Einen Überblick über die Nennweiten gibt die Tabelle "Nennweiten nach DIN 2402". Diese enthält keine Zahlenwerte. siehe Abb. 1 DN
Der Nennwert ist nach DIN 40200 ein geeigneter gerundeter Wert einer Größe zur Bezeichnung oder Identifizierung eines Elements, einer Gruppe oder einer Einrichtung. Mithilfe des Nennwertes einer Größe lassen sich folgende Anwendungsbereiche gliedern.
Nenndrehzahl (nN), z. B. nN = 2.900 min-1 (Bemessungsdrehzahl)
Nennspannung, z. B. 230 V Spannung, nach der ein Netz benannt ist
Bemessungsspannung (von Betriebsmitteln) des Herstellers für eine festgelegte Betriebsbedingung eines Bauteils, Geräts oder Betriebsmittels
Die tatsächlich ausgeführte Größe muss nicht mit dem Nennwert identisch sein, sondern kann auch in seiner Nähe liegen. Es gibt Fälle, in denen Nenn- und Bemessungswert den gleichen Wert haben.
In diesem Fall ist derjenige Begriff festzulegen, dessen Definition zutrifft. So wird z. B. ein für die Drehzahl 3.000 min-1 bei 50 Hz konstruierter Synchronmotor stets bei dieser Frequenz mit 3.000 min-1 laufen.
Der Anwender wird diese ebenso wie die Drehzahl der von dem Synchronmotor direkt angetriebenen Maschine als "Nenndrehzahl" ansehen, weil der runde Zahlenwert zur Bezeichnung und Identifizierung im täglichen Gebrauch geeignet ist. Diese Drehzahl ist gleichzeitig auch als "Bemessungsdrehzahl" anzusehen, da sie die Grundlage für die Konstruktion und Bemessung des Motors ist. In diesem Sinne ist die Nenndrehzahl also nicht mehr (wie früher) die im Liefervertrag vereinbarte Drehzahl, sondern eine klassifizierende Drehzahl (z. B. 2.900 min-1).
Die Netzspannung ist die elektrische Spannung, die von den Energieversorgern in den Stromnetzen zur Übertragung elektrischer Leistung bereitgestellt wird. Je nach übertragener Spannung kann die Netzspannung in Nieder- und Hochspannung unterschieden werden. Die Hochspannung unterteilt sich dabei erneut in Mittel-, Hoch- und Höchstspannung.
Niederspannung
als Drehstrom sowie Wechselspannung (bis 1.000 Volt) und Gleichspannung (bis 1.500 Volt)
Hochspannung
über 1.000 Volt (1 kV), meist zur verlustarmen elektrischen Energieübertragung weitere Unterteilung in Mittel- (von 3/ 6/ 10/ 15/ 20/ 30 kV in Industriebetrieben und Ortschaften), Hoch- (von 60 kV, 110 kV in Städten und kleineren Kraftwerken) und Höchstspannung (von 220/ 380/ 500/ 700 kV zur Großraumversorgung und für Großkraftwerke)
Der Netzwechselstrom wird auch als Einphasenwechselstrom bezeichnet und steht in den meisten europäischen Staaten für eine Spannung von 230 V bei einer Frequenz von 50 Hz; abweichend davon in Nordamerika und Teilen Japans für eine Spannung von 120 V (gerundet und bezogen auf den Nennwert von 117 V) bei 60 Hz.
Der Neutralleiter wird in einem Einphasenwechselstromsystem auch als Mittelleiter bezeichnet und ist ein mit dem Mittel- oder Sternpunkt des elektrischen Energieversorgungssystems verbundener Leiter, der elektrische Energie weiterleitet.
Die NEWTONsche Flüssigkeit ist nach DIN 1342 eine isotrope reinviskose Flüssigkeit (siehe Viskosität), die dem NEWTONschen Schubspannungsansatz folgt:
Dabei ist die Stoffgröße dynamische Viskosität (η) im Wesentlichen nur von der Temperatur abhängig.
Beispiele für NEWTONsche Flüssigkeiten sind Wasser und aus Destillaten hergestellte Mineralöle, soweit sie mit den üblichen Kreiselpumpen gefördert werden. Zu den Nicht-NEWTONschen Flüssigkeiten gehören z. B. Abwasserschlämme, feinkörnige mineralische Schlämme wie beim Feststofftransport von Sand, Kohle oder Erz, aber auch Öle, wenn sich deren Temperatur der Stockpunkttemperatur (Pourpointtemperatur) nähert.
Eine Förderung von Nicht-NEWTONscher Flüssigkeit durch Kreiselpumpen ist manchmal erst nach Aufheizung des Fördermediums möglich oder wirtschaftlich. Das unterschiedliche Fließverhalten (siehe Stoffförderung) beeinflusst dabei die Druckverluste in den Rohrleitungen, aber auch die Auslegung der Kreiselpumpen.
Eine Niederdruckpumpe ist eine Kreiselpumpe mit einer Förderhöhe bis 80 m (z. B. Chemiepumpe). Alternativen für andere Förderhöhen sind die Mittel-, Hoch- und Höchstdruckpumpe.
In der EU ist neben der EMV-Richtlinie die Niederspannungsrichtlinie (RL 2014/35/EU) das wichtigste Regelungsdokument für die Sicherheit elektrisch betriebener Geräte. Sie gilt mit einigen Ausnahmen für "elektrische Betriebsmittel zur Verwendung bei einer Nennspannung zwischen 50 und 1.000 V für Wechselstrom sowie zwischen 75 und 1.500 V für Gleichstrom". Die Richtlinie fordert, dass die elektrischen Betriebsmittel so hergestellt sind, dass sie bei einer ordnungsmäßigen Installation und Wartung sowie einer bestimmungsmäßigen Verwendung die Sicherheit von Menschen und Nutztieren sowie die Erhaltung von Sachwerten nicht gefährden.
Die Normblende wird auch als Messblende oder einfach Blende bezeichnet und ist ein Wirkdruckmessgerät. Sie besteht aus einer in Rohrleitungen einsetzbaren Blendenscheibe mit einer in Strömungsrichtung divergierenden Bohrung, um den vorhandenen Strömungsdurchfluss zu messen. Beim Durchströmen der Blende entsteht eine Druckdifferenz (siehe BERNOULLI) zwischen den Messstellen "vor der Blende" (+Druck) und im "engsten Querschnitt" (-Druck), aus der der Durchfluss berechnet werden kann. siehe Abb. 1 Normblende
Abb. 1 Normblende: prinzipieller Aufbau
Der Begriff "Messblende" wird zur Unterscheidung gegenüber der Verwendung einerLochblende zur Drosselung (siehe Regelung) des Förderstromes angewendet. Hinsichtlich ihrer geometrischen Abmessungen, Oberflächengüte und Einbaubedingungen (z. B. Rohrlängen für Zu- und Ablaufrohrstrecken) entspricht die Normblende den Festlegungen einer Norm (z. B. DIN EN ISO 5167), in der auch Einzelheiten über Messgenauigkeit und Anwendungsgrenzen beschrieben sind. Das Durchflussvolumen wird aus der gemessenen Wirkdruckhöhe und der Formel für Wirkdruckmessgeräte berechnet. Der Durchflusskoeffizient (C) ist in der DIN EN ISO 5167-2:2022-06 Anhang A tabellarisch dargestellt (siehe auch Normdüse, Normventuridüse, Venturirohr).
Der Normdruck ist eine von weltweit definierten Normbedingungen (STP für engl. "Standard Temperature and Pressure") zur Angabe von Eigenschaften von Fluiden (siehe auch Normzustand).
Die Normdüse ist ein Wirkdruckmessgerät und entspricht hinsichtlich ihrer geometrischen Abmessungen, Oberfläche und Einbaubedingungen den Festlegungen der Norm DIN EN ISO 5167-3 (siehe auch Normblende, Normventuridüse, Venturirohr). Die Form der Normdüse weist ein sich verengendes gerundetes Profil (Einlauf) und einen zylindrischen Halsteil auf. Im Übrigen gelten die Ausführungen in DIN EN ISO 5167-3. siehe Abb. 1 Normdüse
Abb. 1 Normdüse: Prinzipieller Aufbau
Das Durchflussvolumen wird aus der gemessenen Wirkdruckhöhe und dem Durchflusskoeffizient (C) mittels der Formel für Wirkdruckmessgeräte berechnet. Der Durchflusskoeffizient ist in der DIN EN ISO 5167-3 im Anhang A1 tabellarisch dargestellt. Die Gesamtdruckverluste der Normdüse sind bei gleicher Nennweite und gleichem Durchmesserverhältnis geringer als bei der Normblende. Die Längen der Zulaufstrecken entsprechen denen der Normblende.
Als Normmotor wird ein Asynchron-Drehstrommotor mit definierten und standardisierten Eigenschaften bezeichnet. Die Hauptabmessungen, wie z. B. Wellen- und Flanschdurchmesser sowie Fußhöhe, sind genormt. Die elektrischen Daten sind durch verschiedene Teile der IEC 60034, die mechanischen durch die IEC 60072 genormt.
Die Normpumpe ist eine Pumpe, die den Vorschriften, Richtlinien oder Empfehlungen eines Normenverbandes, einer Hersteller- oder Betreiberorganisation entspricht.
Kurzzeichen von nationalen, europäischen und internationalen Normenverbänden
ACS
American Chemical Society; genormt: American Voluntary Standard (AVS)-Pumpe
AFNOR
Association Française de Normalisation
ANSI
American National Standard Institute
API
American Petroleum Institute
ASME
The American Society of Mechanical Engineers
BPMA
British Pump Manufacturers Association
BSI
British Standard Institution CodataCommitee on Data for Science and Technology (siehe Normzustand)
DIN
Deutsches Institut für Normung
DVGW
Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.
EN
Europäische Norm (CEN Comité Européen de Normalisation)
ISO
International Organization for Standardization
VDEDKE
Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
VDI
Verein Deutscher Ingenieure
VDMA
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.
VDS
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. - GDV
Die Normventuridüse ist ein Wirkdruckmessgerät, das hinsichtlich seiner geometrischen Abmessungen, Oberflächengüte und Einbaubedingungen den Festlegungen der Norm DIN EN ISO 5167-3 entspricht. Das Profil ist rotationssymmetrisch und besteht aus einem zylindrischen Halsteil, einem Diffusor sowie einem sich verengenden Einlaufteil mit gerundetem Profil, das identisch mit der Verengung einer Normdüse ist. siehe Abb. 1 Normventuridüse
Abb. 1 Normventuridüse: Prinzipieller Aufbau
Das Durchflussvolumen wird aus der gemessenen Wirkdruckhöhe und dem Durchflusskoeffizienten (C) mittels der Formel für Wirkdruckmessgeräte berechnet. Der Durchflusskoeffizient ist in der DIN EN ISO 5167-3 im Anhang A3 tabellarisch dargestellt.
Die Gesamtdruckverluste der Normventuridüse sind bei gleicher Nennweite und gleichem Durchmesserverhältnis deutlich geringer als bei einer Normdüse, wobei die Längen der Zulaufstrecken denen der Normdüse entsprechen.
Der Normzustand ist nach der DIN 1343 ein durch die Normtemperatur (Tn) und den Normdruck festgelegter Zustand eines festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffes. Das Volumen eines Stoffes im Normzustand heißt Normvolumen (Vn). Das stoffmengenbezogene (molare) Normvolumen des idealen Gases (V0) ist
Die Bezeichnung NPS ist die engl. Abkürzung für "Nominal Pipe Size" und steht für die Nennweite, die bei Gewinderohren meist in Zoll angegeben wird (siehe auch DN).
Die Bezeichnung NPSH ist die engl. Abkürzung für "Net Positive Suction Head" und eine wichtige Größe zur Beurteilung des Saugverhaltens einer Kreiselpumpe. Sie ermöglicht eine Aussage über die Sicherheit gegenüber Auswirkungen der Kavitationwährend des Betriebes. In der Norm DIN EN ISO 17769-1 wird der Begriff der "Haltedruckhöhe" als Synonym für den NPSH-Wert verwendet. Da zu beider Berechnung verschiedene Bezugsebenen definiert sind, können sie sich im Zahlenwert um zs (geodätischer Höhenunterschied der beiden Bezugsebenen s und s') unterscheiden. In der Praxis wird nur der NPSH-Wert verwendet.
Im Verlauf der Strömung durch das Laufrad einer Kreiselpumpe kommt es insbesondere am Schaufelkanaleintritt zunächst zu einer Absenkung des statischen Drucks gegenüber dem Wert vor dem Laufrad. Die Höhe der Druckabsenkung ist von der Drehzahl, Dichte, Geometrie des Laufradeintrittes und Viskosität der Förderflüssigkeit sowie dem Betriebspunkt und Geschwindigkeitsprofil der Zuströmung abhängig.
Zur Vermeidung von Kavitation oder zur Begrenzung auf ein akzeptables Maß muss der Druck vor dem Laufrad um einen bestimmten Wert über dem Dampfdruck des Fördermediums liegen. Um das Auftreten, das Ausmaß oder die Auswirkungen von Kavitation in einer Kreiselpumpe zu beurteilen, sind zwei NPSH-Werte zu vergleichen. Dies sind der für die Pumpe erforderliche (NPSHR mit "R" für required) und der von der Anlage vorhandene NPSHA-Wert (NPSHA mit "A" für available).
NPSH der Anlage
Der NPSH-Wert der Pumpenanlage (NPSHA) ist definiert als
Die Stelle s bezieht sich auf die Mitte des Saugstutzens. Bei fehlendem Pumpensaugstutzen wie bei einer Rohrleitungspumpe mit Schweißverbindung (Einschweißpumpe) oder Tauchpumpe mit Einlaufdüse muss eine diesem entsprechende Stelle s definiert und bei Angabe des NPSHA-Wertes kenntlich gemacht werden. siehe Abb. 1 NPSH
Abb. 1 NPSH: Zur Lage der Bezugspunkte s‘ für den NPSH-Wert und s für die Haltedruckhöhe (in diesem Beispiel wird das Laufrad von unten angeströmt)
Der Gesamtdruck an der Stelle s kann angegeben werden als:
Der Bezugspunkt s' für den NPSH-Wert ist der Schnittpunkt der Pumpenwellenachse mit der zu ihr senkrechten Ebene durch die äußeren Punkte der Schaufeleintrittskante als Mittelpunkt des Laufrades. siehe Abb. 2 NPSH
Abb. 2 NPSH: Zur Lage des Bezugspunktes s‘ bei verschiedenen Laufrädern
Damit wird der NPSH-Wert der Anlage wie folgt berechnet:
Mit den Werten im Eintrittsquerschnitt der Anlage gilt:
Die Verlusthöhe beinhaltet auch etwaige Verluste durch Einlässe sowie Armaturen und Formstücke usw.
NPSH der Pumpe
Der NPSH-Wert der Pumpe (NPSHR) ist ähnlich definiert wie der NPSH-Wert der Anlage mit denselben Bedeutungen der innerhalb der Klammern stehenden Formelzeichen:
Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die Summe der durch die Klammern bezeichneten Größen einen gewissen pumpen- und einsatzspezifischen Minimalwert (min) nicht unterschreiten darf.
Ist dem nicht so, werden die Kavitationkriterien für Kreiselpumpen verletzt.
Bei der Angabe des NPSHR-Wertes ist es unerlässlich, das zugehörige Kavitationskriterium mit anzugeben. Diese Kriterien können sein:
Kavitationsbeginn (incipient cavitation) NPSHi
eine bestimmte Ausdehnung der Kavitationszone auf den Schaufeln
Beginn des Förderhöhenabfalls durch Kavitation (NPSH0)
kavitationsbedingter Förderhöhenabfall um 3 % (NPSH3)
Dabei sind die drei zuerst genannten Kriterien weniger gebräuchlich und der Nachweis für das Kriterium NPSHi erfordert einen sehr großen versuchstechnischen Aufwand. Häufig wird deshalb NPSHR = NPSH3 vereinbart. Alle genannten Kavitationskriterien und ihre davon abgeleiteten NPSH-Werte ändern sich mit dem Betriebspunkt. siehe Abb. 3 NPSH
Abb. 3 NPSH: NPSHR nach verschiedenen Kriterien als Funktion des relativen Förderstromes Q/Qstoßfrei
Die Kurven für das von einem bestimmten Laufrad geforderte NPSHR sind über dem relativen Förderstrom aufgetragen. Als Parameter sind die Erscheinungsformen der Kavitation genannt, z. B. die Länge (LBl) der entstehenden Blasenschleppen im Verhältnis zur Schaufelteilung (t) (siehe Schaufelgitter). Wird in dieses Diagramm die Kurve des anlagenseitigen NPSHA-Wertes übertragen, kann abhängig vom Förderstrom die zu erwartende Erscheinungsform der Kavitation abgelesen werden. Der oberste Kurvenverlauf (NPSHi) gibt den Zustand beginnender Kavitation an. Ist NPSHA so hoch, dass NPSHi überschritten wird, tritt keine Kavitation auf und das Laufrad läuft kavitationsblasenfrei. Je weiter NPSHA absinkt, umso mehr steigt die Kavitationsschleppenlänge an.
Von einem Minimum aus, das im Schnittpunkt der Linien für druck- und saugseitige Kavitationserscheinungen liegt, steigen die Blasenschleppenlängen nach Teil- und Überlast hin bei konstantem NPSHA an. Der Förderstrom, bei dem dieses Minimum vorliegt, entspricht der Strömungsrichtung des stoßfreien Eintritts, die zu den geringsten Übergeschwindigkeiten auf der Schaufeldruck- und -saugseite führt. Er wird daher auch als stoßfreier Förderstrom (Qstoßfrei) bezeichnet.
Ist der Förderstrom (Q) kleiner als der stoßfreie Förderstrom (Qstoßfrei), tritt die Kavitation auf der Schaufelsaug- und bei umgekehrtem Förderstromverhältnis auf der Schaufeldruckseite auf. Zur Ermittlung von NPSHR sind meistens Versuchserfahrungen ausschlaggebend, insbesondere:
bei der Umrechnung des NPSH-Wertes der Pumpe von einer auf eine andere Drehzahl
bei ähnlichen Pumpen von einer auf eine andere Pumpengröße
von einem auf ein anderes Fördermedium (besonders bei Anwesenheit von Luft in gelöstem oder ungelöstem Zustand) (siehe Gasgehalt im Fördermedium)
Der Betriebspunkt einer Kreiselpumpe kann nur dann ein Dauerbetriebspunkt sein, wenn in diesem Punkt gilt:
Zwischen dem NPSH-Wert und der nicht mehr gebräuchlichen Haltedruckhöhe besteht folgender einfacher Zusammenhang:
Bei Horizontalpumpen besteht aufgrund des fehlenden Höhenunterschiedes (zs = 0) kein Unterschied zwischen dem NPSH-Wert und der Haltedruckhöhe. Im Zusammenhang mit dem NPSH-Wert werden auch folgende Kennzahlen verwendet:
Bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen oder Wasser mit hohen Temperaturen ist der gemessene NPSH3-Wert kleiner als bei Kaltwasser. Somit läßt sich bei Abnahmeversuchen mit Kaltwasser der tatsächlich erforderliche NPSH-Wert für Kohlenwasserstoffe bzw. Heißwasser reduzieren:
Kohlenwasserstoffe nach HI (Standards of the Hydraulic Institut, New York) Heißwasser siehe Abb. 4 NPSH
Abb. 4 NPSH: Korrekturfaktor f für NPSH3 bei Förderung von Heißwassser (basierend auf KSB-Messungen)
Der NTC-Widerstand (engl. Abkürzung für Negative Temperature Coefficient) wird auch als Heißleiter bezeichnet und ist ein Thermistor mit einem negativen Temperaturkoeffizienten. Dabei steigt der Widerstandswert mit abnehmender Temperatur.
Der Einsatz eines PTC-Widerstandes erfolgt bei der Temperaturerfassung, besonders beim Sanftanlauf zur Einschaltstrombegrenzung.
Die Nullförderhöhe für eine Pumpe gibt an, wie viel Druck notwendig ist, damit in einem an der Pumpe angeschlossenen senkrechten Rohr bei eingeschalteter Pumpe der Förderstrom gleich Null wird.