
KSB in Indonesien: Sauberes Wasser durch Innovation und Partnerschaft
Das Dorf Tumpangkrasak auf Java kämpft seit Langem mit schlechter Wasserqualität. Ein Projekt von KSB Indonesien und dem ITB hat das tägliche Leben im Dorf durch den Bau eines Tiefbrunnens, die Installation einer Solaranlage und die Bereitstellung zuverlässiger Pumpentechnologie entscheidend verbessert. Dank der nachhaltigen Betriebsweise kann die Gemeinde die Wasserversorgung in ihre eigenen Hände nehmen.
Als die Einwohner des indonesischen Dorfs Tumpangkrasak noch Wasser aus ihren Brunnen holten, wussten sie nie genau, was sie da in ihre Küchen oder Badezimmer brachten. Das Wasser war oft gelblich bis braun, trüb, und roch nach Metall. „Die Wasserqualität vieler Flachbrunnen wurde immer schlechter, da sie sich in der Nähe der Klärgruben der Haushalte befinden“, erklärt Sam’ani Intakoris, Leiter des Regierungsbezirks Kudus. Außerdem schwankte die Wasserqualität; besonders schlecht war sie während der Trockenzeit, wenn weniger Wasser verfügbar war.
So war die Lage, als KSB Indonesien sich mit einem Projekt zur Verbesserung der örtlichen Wasserversorgung engagierte. Gemeinsam mit dem ITB baute KSB ein neues Trinkwasserversorgungssystem auf, das mit erneuerbarer Energie betrieben wird und zuverlässig sauberes und sicheres Wasser liefert. Mit diesem Projekt baut KSB sein Engagement für nachhaltige Entwicklung weiter aus – mit Initiativen, die Technologie, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen vereinen.
Tumpangkrasak liegt auf der Nordseite der indonesischen Insel Java am Fuß des Gunung Muria, einem bewaldeten, erloschenen Vulkan. Obwohl der Ort offiziell als Dorf gilt, fühlt er sich eher an wie ein Vorort der nahe gelegenen Stadt Kudus. Das Ortsbild ist geprägt von engen Straßen, niedrigen und dicht an dicht stehenden Häusern, Mauern, Toren, kleinen Vorgärten und Motorrollern vor den Häusern. Über den Straßen hängen so viele Kabel, als wäre der Himmel mit Linien überzogen. Hier leben 6716 Menschen auf 1,26 Quadratkilometern – eine Bevölkerungsdichte, die eher im Stadtbereich einer Metropole wie London als im ländlichen Raum zu vermuten wäre.

Der Wasserturm versorgt 1136 Menschen mit sauberem Wasser.
Die hohe Bevölkerungsdichte kombiniert mit der eher ländlichen Infrastruktur führte zu einem Problem: Viele Haushalte waren auf Wasser aus Flachbrunnen und Bohrlöchern angewiesen. Gleichzeitig verwendeten viele Familien Klärgruben für ihr Abwasser. Wenn Wasserentnahme und Abwasserentsorgung sehr nahe aneinander liegen, erhöht sich allerdings das Risiko von verunreinigtem Grundwasser.
Laboruntersuchungen bestätigten, dass die Situation sehr ernst war. In einer Brunnenteststudie war die Anzahl der aeroben Mikroorganismen so hoch, dass sie kaum mehr sinnvoll quantifiziert werden konnte. Positiv getestet wurde das Wasser auf Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Salmonella sp. und Pseudomonas aeruginosa.
Auf Grundlage der Daten des Ministeriums für Dörfer und die Entwicklung benachteiligter Regionen wählten ITB und der CSR-Partner KSB Indonesien Tumpangkrasak als Ort für ihr Entwicklungsprojekt aus. ITB und KSB Indonesien lieferten die entsprechende Technologie sowie das Fachwissen für die Umsetzung.
„Mit dieser Zusammenarbeit möchte KSB Indonesien nachhaltige Lösungen liefern, die über die reine Technologie hinausgehen“,so Teo Boon Teong, Geschäftsführer von KSB Indonesien.
Gemeinsam bauten ITB und KSB Indonesien ein Wasserversorgungssystem auf, das im Dezember 2025 eröffnet wurde. Die Anlage fördert Wasser aus größeren Tiefen, wo sie auf ein stabileres und besser geschütztes Grundwasserreservoir zugreift. Dazu wurde der Brunnen ca. 80 Meter tief in die Erde gebohrt. In einer Tiefe von ca. 30 Metern arbeitet eine Unterwassermotorpumpe vom Typ CORA-1C/21 mit einem UMAISOL-100-0.75/22-I-Motor.
Ein wichtiges Anliegen der Einwohner vor Ort, war es, die Anlage sowohl mit Solarenergie als auch mit Strom aus dem Netz speisen zu können. Die Energieversorgung der Anlage wurde daher als Hybrid ausgelegt: Neben dem öffentlichen Stromnetz werden Photovoltaikmodule als Hauptenergiequelle eingesetzt. Dies wird durch einen Schaltschrank mit Frequenzumrichter ermöglicht, der automatisch Strom aus beiden angeschlossenen Quellen bezieht und die Pumpendrehzahl regelt.
Das aus dem Brunnen geförderte Wasser wird dann durch eine Rohrleitung in einen Speicherbehälter mit einem Fassungsvermögen von 18,8 Kubikmetern gepumpt, der sich in einer Höhe von ca. 10 Metern auf einem Wasserturm befindet. Von hier wird es durch ein Netz von PE-HD-Rohren verteilt. 1136 Einwohner in der Nachbarschaft werden dadurch mit Wasser versorgt. Der Druck wird hauptsächlich durch Schwerkraft und die Höhe des Turms generiert.

Die lokalen Medien verfolgten die Einweihung der Anlage im Dezember 2025 mit großem Interesse.
Das Projekt verankert Nachhaltigkeit nicht nur in der Technologie, sondern auch in Finanzierung, Betrieb und Management. Ein Wasserausschuss organisiert die Versorgung auf Dorfebene unter dem Dach eines vom Dorf betriebenen Unternehmens. Diese Art von Unternehmen ist in Indonesien als Badan Usaha Milik Desa (BUMDES) bekannt. Über Lehrgänge in Management und Finanzberichterstattung erweiterten die Ausschussmitglieder ihr Fachwissen, sodass die Wasserversorgung langfristig gesichert ist. Auf diese Art und Weise nutzt das Dorf die örtlichen Wasserressourcen nicht nur dazu, den täglichen Bedarf der Bevölkerung zu decken, sondern nutzt diese Ressourcen auch zu wirtschaftlichen Zwecken, um damit ein zusätzliches Einkommen zu schaffen.
„Mit dieser Zusammenarbeit möchte KSB Indonesien nachhaltige Lösungen liefern, die über die reine Technologie hinausgehen, indem sie das Management auf Dorfebene stärken und den Einsatz erneuerbarer Energien fördern“, fasst Teo Boon Teong, Geschäftsführer von KSB Indonesien, den Ansatz zusammen.
Wenn ein Dorf wie Tumpangkrasak eine neue Wasserversorgungsanlage erhält, ändert sich mehr als nur die Infrastruktur. Für die Menschen, die hier leben stellt der zuverlässige Zugang zu sauberem Wasser eine spürbare Verbesserung ihres täglichen Lebens dar. Aus diesem Grund nahm die Geschäftsführung von KSB Indonesien an der Eröffnung im Dezember 2025 teil, vertreten durch Arman Reyes Furqon, Leiter Finanzen bei PT KSB Indonesia. Anwesend waren auch Sam’ani Intakoris, der Regierungsbezirksleiter von Kudus sowie Vertreter der Gemeinde und Kollegen von ITB. Diese gemeinsame Teilnahme zeigt deutlich, worauf das Projekt beruht, nämlich auf der engen Zusammenarbeit zwischen Regierung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gemeinde. Schließlich ist eine Wasserversorgung, die lange Zeit zuverlässig funktioniert selten das Ergebnis isolierter Bemühungen.

