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Druckerhöhungsanlagen
11 min Lesezeit

Alles richtig genormt: Was ist neu an der DIN 1988-500:2021-05?

Technischer Fortschritt spiegelt sich nicht nur in der Entwicklung innovativer Produkte wider, sondern zeigt sich häufig auch in der Welt der Normen. Daher wurde die inzwischen gut 10 Jahre alte DIN-Norm 1988-500 „Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen - Teil 500: Druckerhöhungsanlagen mit drehzahlgesteuerten Pumpen“ in mehreren Punkten aktualisiert und im Mai 2021 als aktualisierte Version DIN 1988-500:2021-05 veröffentlicht. Doch was genau hat sich geändert? Hier erfahren Sie mehr!

Technischer Fortschritt spiegelt sich nicht nur in der Entwicklung innovativer Produkte wider, sondern zeigt sich häufig auch in der Welt der Normen. Daher wurde die inzwischen gut 10 Jahre alte DIN-Norm 1988-500 „Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen - Teil 500: Druckerhöhungsanlagen mit drehzahlgesteuerten Pumpen“ in mehreren Punkten aktualisiert und im Mai 2021 als aktualisierte Version DIN 1988-500:2021-05 veröffentlicht. Doch was genau hat sich geändert? Hier erfahren Sie mehr!

Was genau regelt die DIN 1988-500?

Sauberes Trinkwasser ist eines unserer höchsten und wichtigsten Güter. Und damit wir alle jederzeit sicher sein können, dass auch wirklich sauberes Wasser aus der Trinkwasserarmatur fließt, wird kaum etwas strenger geregelt und kontrolliert als unser Trinkwasser – mitsamt der dazu nötigen technischen Infrastruktur.

Für Trinkwasser-Installationen sind die „Technischen Regeln für Trinkwasser-Installationen“ (TRWI) das Maß der Dinge. Sie beinhalten die europäische Norm DIN EN 1717, die Normenreihen DIN EN 806 und: die nationale DIN-Norm 1988 – diese wiederum ist aufgeteilt in folgende Teilbereiche:

• Teil 100: Schutz des Trinkwassers, Erhaltung der Trinkwassergüte; Technische Regel des DVGW

• Teil 200: Installation Typ A (geschlossenes System) — Planung, Bauteile, Apparate, Werkstoffe; Technische

Regel des DVGW

• Teil 300: Ermittlung der Rohrdurchmesser; Technische Regel des DVGW

• Teil 500: Druckerhöhungsanlagen mit drehzahlgesteuerten Pumpen

• Teil 600: Trinkwasser-Installationen in Verbindung mit Feuerlösch-und Brandschutzanlagen

Diese technischen Regeln für Trinkwasser-Installationen werden seit einigen Jahren kontinuierlich aktualisiert – mit dem Ziel, mittelfristig ein in sich geschlossenes und in ganz Europa gültiges Regelwerk (EN 806-Reihe und EN 1717) zu schaffen. Die notwendigen nationalen Ergänzungsnormen (DIN 1988) werden schon jetzt auf ihre Aktualität geprüft und mit den europäischen Entwicklungen abgeglichen.

Die Kriterien für die Ausführung von Druckerhöhungsanlagen

Die DIN-Norm 1988-500 legt die Kriterien für die Planung und die Ausführung von Druckerhöhungsanlagen (DEA) fest. Eine solche DEA wird immer dann benötigt, wenn in höheren Gebäuden der Trinkwasserdruck nicht für alle Etagen ausreicht. Bei üblichen Druckverhältnissen in der Anschlussleitung (SPLN 2 - 3,5 bar, also der Mindestversorgungsdruck des Wasserversorgungsunternehmens) ist dieser Mindest-Versorgungsdruck meist nur in der Lage, die Armaturen in bis zu viergeschossigen Gebäuden ausreichend mit Wasser zu versorgen. Die technische Herausforderung besteht nun darin, mithilfe drehzahlgeregelter Pumpensysteme einen konstanten Versorgungsdruck in allen Stockwerken zu gewährleisten – und das zu jeder Zeit, auch bei schwankenden Abgabemengen.

Im Mai 2021 ist nun die Norm DIN 1988-500:2021-05 für Druckerhöhungsanlagen mit drehzahlgesteuerten Pumpen als Ersatz für die nunmehr gut zehn Jahre alte DIN 1988-500:2011-02 neu erschienen. Die Planungs- und Ausführungsanforderungen in dieser Norm ermöglichen die Umsetzung der erhöhten Anforderungen an Komfort, Hygiene und Energieeffizienz bei Druckerhöhungsanlagen. Mit dieser Anlagenkonzeption kann auf Druckbehälter in der Regel verzichtet und somit ein konstanter Druck innerhalb des Kennlinienbereiches eingehalten werden. 

Druckerhöhungsanlage KSB Delta

Druckerhöhungsanlagen der KSB Delta-Baureihe

Die Neuerungen der DIN-Norm 1988-500:2021-05 im Einzelnen

Doch was hat sich mit der Version DIN1988-500:2021-05 nun konkret gegenüber der früheren Version 2011-02 geändert? Die Änderungen umfassen mindestens sechs verschiedene Bereiche:

  • Aufnahme trinkwasserhygienischer Aspekte
  • Aufnahme Abschnitt Werkstoffe
  • Überarbeitung der Prinzipdarstellungen von Ausführungen von Druckzonen mit der differenzierten Betrachtung für PWC- und PWH-Installationen
  • Erweiterung der Anforderungen an den Aufstellungsort
  • Überarbeitung des Abschnitts zu Förderstrom
  • Präzisierung der Anforderungen für den mittelbaren Anschluss.

1. Aufnahme trinkwasserhygienischer Aspekte

Bevor die Betriebsbereitschaft gegeben ist, müssen jetzt die Anforderungen für Transport, Lagerung, Montage und Inbetriebnahme sichergestellt werden. Insbesondere sind hiermit die Maßnahmen zur Einhaltung einer trinkwasserhygienisch einwandfreien Situation der Druckerhöhungsanlagen gemeint. 

Die Betriebsbereitschaft der Druckerhöhungsanlage muss vom Bauherrn oder von seinem Beauftragten den zuständigen Stellen (z. B. dem Wasserversorgungsunternehmen) angezeigt werden. Und ganz wichtig: Vor der Inbetriebnahme muss der Ersteller im Rahmen einer Dokumentation nachweisen, dass die genehmigten Anschlussbedingungen und die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt sind!

2. Aufnahme Abschnitt Werkstoffe

Neu ist, dass das Umweltbundesamt (UBA) in regelmäßigen Abständen eine Liste veröffentlicht, in der alle für den Trinkwasserbereich zugelassenen Materialien aufgeführt werden – und ausschließlich diese mit dem Medium in Berührung kommenden Materialien dürfen für DEAs verwendet werden. Einen solchen Passus gab früher in der alten Version der Norm nicht. Damals wurde nur die Trinkwasser-Tauglichkeit beschrieben, nicht jedoch die Zulassung durch das Umweltbundesamt.

Genauer beschrieben bedeutet das: Für Werkstoffe in Kontakt mit Trinkwasser gelten gemäß §17 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) die materialspezifischen Bewertungsgrundlagen und Leitlinien des Umweltbundesamtes: Metallene Werkstoffe und Überzüge, die in Kontakt mit Trinkwasser kommen, müssen den Anforderungen der Bewertungsgrundlage für metallene Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser (Metall-Bewertungsgrundlage) entsprechen. Organische Materialien müssen den materialspezifischen Bewertungsgrundlagen und den Leitlinien des Umweltbundesamtes zur hygienischen Beurteilung von Materialien in Kontakt mit Trinkwasser entsprechen. 

3. Überarbeitung der Prinzipdarstellungen von Ausführungen von Druckzonen mit der differenzierten Betrachtung für PWC- und PWH-Installationen

Wurde in der alten Norm noch von vier Druckzonen im Kaltwasserbereich gesprochen, wurde dies nun um die Druckzonen für den Warmwasserbereich erweitert (Trinkwassererwärmungsanlagen). Dadurch ergeben sich mehrere Kombinationen der Druckzonenanordnung bei der Planung.

Wichtig: Es werden nun auch Trinkwassererwärmungen und deren Druckveränderungen (dies bedingt die Wärmeausdehnung des Mediums) berücksichtigt. Werden Druckzonen gebildet, muss berücksichtigt werden, dass bei zentraler Trinkwassererwärmung die Versorgung für Potable Water Cold (PWC), Potable Water Hot (PWH) und Potable Water Hot Circulation (PWH-C) für die jeweilige gemeinsame Druckzone aufgebaut wird.

4. Erweiterung der Anforderungen an den Aufstellungsort

Eine Druckerhöhungsanlage muss laut der neuen Norm nun schallentkoppelt vom Baukörper aufgestellt sein. Außerdem müssen die Anlage und die dazugehörigen Bauteile weiterhin in einem frostfreien, gut belüfteten und abschließbaren Raum angeordnet werden. Neu ist: In diesem Raum dürfen keine negativen Einflüsse auf das Trinkwasser wirken (z. B. Wärmelasten oder sonstige chemische oder physikalische Einflüsse). Unter Beachtung von Stagnationszeiten darf sich kaltes Trinkwasser nicht auf eine Temperatur über 25° C erwärmen, dabei müssen Wärmequellen und Raumtemperaturen in Technikzentralen berücksichtigt werden.

Für den Aufstellungsraum muss nach wie vor ein ausreichend bemessener Entwässerungsanschluss vorgesehen werden. Dieser Entwässerungsanschluss muss nun in der Lage sein, die maximal mögliche Wassermenge rückstausicher nach DIN1986-100 und Normenreihe DIN EN12056 abzuführen. Bei der Ermittlung der maximal möglichen Wassermenge müssen u. a. der eingangsseitige Volumenstrom bei Rohrleitungsbruch und Volumen des Vorratsbehälters der Druckerhöhungsanlagen berücksichtigt werden.

Die Druckerhöhungsanlage muss außerdem für Revision, Wartung und Reparatur frei zugänglich sein. Zudem muss ein Aufstellort gewählt werden, der nicht in unmittelbarer Nähe von Schlaf- und Wohnräumen liegt. Sollte dies nicht möglich sein, müssen technische Maßnahmen ergriffen werden, so dass keine Geräuschbelästigungen auftreten können.

5. Überarbeitung des Abschnitts zu Förderstrom

Der notwendige Förderstrom (Spitzendurchfluss QD) muss nach wie vor nach DIN 1988-300 (Ermittlung der Rohrdurchmesser) ermittelt werden. Die maximale Fließgeschwindigkeit in der Anschlussleitung und der Zuleitung zur Druckerhöhungsanlage darf aus Lärmschutzgründen die 2 m/s nicht überschreiten. Früher durfte der eingangsseitige Druck um die Hälfte reduziert werden. Im bestimmungsgemäßen Betrieb einer drehzahlgesteuerten Druckerhöhungsanlage ist beim Zu- und Abschalten einer Pumpe heute jedoch keine nennenswerte druckschlagerzeugende Änderung der Fließgeschwindigkeit in der Anschlussleitung zu erwarten.

Beim nicht-bestimmungsgemäßen Abschalten einer oder mehrerer Pumpen einer drehzahlgesteuerten Druckerhöhungsanlage, (z. B. bei einem Stromausfall), darf der maximale Druckunterschied in der Anschlussleitung bezogen auf den Ruhedruck 0,1 MPa nicht überschreiten. Das wird dadurch sichergestellt, dass die eingangsseitig genannte maximale Fließgeschwindigkeit von 2 m/s bereits in der Planung berücksichtigt wird.

6. Präzisierung der Anforderungen für den mittelbaren Anschluss

Beim mittelbaren Anschluss muss der Druckerhöhungsanlage nach wie vor ein offener Vorbehälter „offen zur Atmosphäre“ mit freiem Auslauf vorgeschaltet werden. Neu ist, dass hier die Wasserqualität regelmäßig überwacht werden muss. Und: Umfang und Intervall der Überwachungsmaßnahmen müssen im Rahmen einer trinkwasserhygienischen Risikobewertung in der Planungs- und Ausführungsphase sowie im Betrieb festgelegt werden. 

Der mittelbare Anschluss ist im Betrieb bezüglich der Einhaltung der Trinkwasserhygiene insbesondere der mikrobiologischen Anforderungen zu überwachen. 

Durch den freien Auslauf mit Kontakt zur Atmosphäre kann die Energie des Versorgungsdrucks nicht mehr genutzt werden. Eine nachgeschaltete Pumpe entnimmt aus dem Vorbehälter das Wasser und regelt dies auf den eingestellten Ausgangsdruck. Der mittelbare Anschluss kann erforderlich werden, wenn z. B. der Wasserversorger den mittelbaren Anschluss vorschreibt, aufgrund Mindest-Versorgungsdruck SPLN < 0,1 MPa, eine kurzzeitige höhere Entnahme abzudecken ist (Vorrat) oder eine Systemtrennung erforderlich ist, z. B. bei einer vorliegenden Gefährdung an Entnahmestellen an denen Flüssigkeitskategorie 5 erzeugt werden könnte, die jedoch mit Wasser in Lebensmittelqualität versorgt werden müssen (siehe DIN1988-100).

Zur Ausführung des Vorbehälters hat sich nichts geändert, außer: Eine geöffnete Zulaufarmatur darf nicht zum unzulässigen Unterschreiten des Mindest-Versorgungsdruck SPLN (3.1) führen und der Vorbehälter sollte (muss aber nicht) mit einer Wasserstandsanzeige ausgestattet sein.

Bestens vorbereitet: die KSB-Druckerhöhungsanlagen der KSB Delta Serie

Mit den Druckerhöhungsanlagen der umfangreichen KSB Delta-Produktfamilie bietet KSB für jeden Einsatzfall die passende Lösung. Ob Wohn- oder Bürogebäude, Hotel, Kaufhaus oder Krankenhaus, Gewerbe- oder Industrieanlage: Je nach Anforderung bietet KSB verschiedenste Ausführungen seiner KSB Delta-Druckerhöhungsanlagen im Standard:

  • Maximale Fördermenge zwischen 9 und 960 m³/h
  • Maximale Förderhöhe zwischen 55 und 154 mWS
  • Maximale Motorleistung zwischen 1,5 und 30 kW
  • mit bis zu 6 Pumpen pro Anlage
  • verschiedene Steuerungsvarianten (auch per App parametrierbar)
  • Modbusanbindung an eine Gebäudeleittechnik im Standard, weitere Bus-Anbindungen optional möglich
  • Temperaturüberwachung des Mediums (optional)

Dabei sorgen die verlässlichen und energieeffizienten Pumpen allesamt für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb. Außerdem punkten die Anlagen einerseits durch ihre einfache Installation und Inbetriebnahme und andererseits entsprechen alle Modelle der KSB Delta-Familie bereits jetzt den gestiegenen Anforderungen der DIN-Norm 1988-500:2021-05.

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KSB Delta Primo

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Vollautomatische Druckerhöhungsanlage in Kompaktbauweise mit 2 bis 3 (VC) / 4 (F/SVP) vertikalen Hochdruckpumpen in Kaskade und zwei drehzahlgeregelten Ausführungen. Kaskadenregelung (F) zur Sicherstellung des gewünschten Versorgungsdrucks. Die drehzahlgeregelten Ausführungen VC und SVP verfügen über eine stufenlose Drehzahlregelung jeder Pumpe über den Frequenzumrichter im Schaltschrank (VC) oder über das Drehzahlregelsystem PumpDrive und KSB SuPremE-Motor (SVP) zur vollelektronischen Regelung des erforderlichen Versorgungsdrucks. Automatisiert mit BoosterCommand Pro.

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Der KSB Service übernimmt die Montage sowie Supervision und sorgt für die Inbetriebnahme von Pumpen, Armaturen und kompletten Anlagen – schlüsselfertig, termingenau und in aller Welt. Für Sicherheit von Anfang an.

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