1 min Lesezeit

Selbstansaugende Pumpen: die Problemlöser bei schwierigen Zulaufbedingungen

In vielen industriellen Prozessen entscheidet die zuverlässige Medienförderung über Verfügbarkeit, Produktqualität und Wirtschaftlichkeit. Besonders anspruchs­voll wird die Aufgabe, wenn Pumpen nicht unterhalb des Flüssig­keitsspiegels installiert werden können oder wenn ungünstige Zulauf­bedingungen vorliegen. Genau in diesen Situationen spielen selbstansaugende Pumpen ihre Stärken aus. Sie ermöglichen einen sicheren Förderbetrieb auch dort, wo herkömmliche Kreiselpumpen an ihre Grenzen stoßen.
In vielen industriellen Prozessen entscheidet die zuverlässige Medienförderung über Verfügbarkeit, Produktqualität und Wirtschaftlichkeit. Besonders anspruchs­voll wird die Aufgabe, wenn Pumpen nicht unterhalb des Flüssig­keitsspiegels installiert werden können oder wenn ungünstige Zulauf­bedingungen vorliegen. Genau in diesen Situationen spielen selbstansaugende Pumpen ihre Stärken aus. Sie ermöglichen einen sicheren Förderbetrieb auch dort, wo herkömmliche Kreiselpumpen an ihre Grenzen stoßen.
Typische Anwendungsfelder finden sich in Waschanlagen, Oberflächenbehandlungsanlagen, Lackierbetrieben, Wasseraufbereitungsanlagen sowie in zahlreichen Produktionsprozessen der allgemeinen Industrie. Ihr wesentliches Merkmal besteht darin, dass sie Luft aus der Saug­leitung entfernen und anschließend die Flüssigkeit fördern können. Dadurch verein­fachen sie Anlagenkonzepte und erhöhen die Betriebssicherheit. 

Warum die Ansaugung häufig zur Herausforderung wird

Klassische Kreiselpumpen benötigen in der Regel eine vollständig mit Flüssigkeit gefüllte Saugleitung. Befindet sich Luft im System, kann die Förderung nicht zuverlässig starten. Deshalb kommen oft zusätzliche Komponenten wie Fußventile, Entlüftungseinrichtungen oder aufwendige Installationen zum Einsatz.
In der Praxis stehen Planer jedoch häufig vor anderen Rahmenbedingungen. Tanks befinden sich unterhalb der Pumpe, Medienbehälter werden regelmäßig entleert oder der verfügbare Einbauraum erlaubt keine optimale Anordnung der Aggregate. Auch wechselnde Füllstände erschweren den Betrieb. In solchen Fällen bietet die selbstansaugende Pumpentechnik eine interessante Alternative.

So funktioniert der Selbstansaugprozess

Das Funktionsprinzip basiert auf einer gezielten Trennung von Luft und Flüssigkeit innerhalb des Pumpengehäuses. 
Vor der ersten Inbetriebnahme füllt der Betreiber die Pumpe mit Fördermedium.
Grafik Etaprime: Füllen mit Fördermedium vor der ersten Inbetriebnahme
Nach dem Start erzeugt das Laufrad einen Unterdruck im Bereich des Laufradeintritts. Dadurch strömt zunächst Luft aus der Saugleitung in die Pumpe.
Grafik Etaprime: Nach dem Start entsteht ein Unterdruck im Bereich des Laufradeintritts
Im Pumpengehäuse vermischt sich die angesaugte Luft mit der vorhandenen Flüssigkeit. Die spezielle Gehäusekonstruktion trennt beide Medien voneinander. Während die Luft über die Druckseite abgeführt wird, gelangt die Flüssigkeit zurück in den Förderkreislauf. Dieser Vorgang wiederholt sich kontinuierlich. Nach dem Start erzeugt das Laufrad einen Unterdruck im Bereich des Laufradeintritts. Dadurch strömt zunächst Luft aus der Saugleitung in die Pumpe.
Grafik Etaprime: Nach und nach verschwindet die Luft aus der Rohrleitung
Der Selbstansaugprozess ermöglicht es, das Fördermedium zunächst durch Ansaugen von Luft und anschließend durch Aufnahme der Flüssigkeit zu transportieren. Dank dieser speziellen Konstruktion erreichen selbstansaugende Pumpen große Saughöhen und bewältigen Anwendungen mit niedrigem Vordruck oder ungünstigen Zulaufverhältnissen zuverlässig.

Große Saughöhen erweitern den Einsatzbereich

Ein wesentlicher Vorteil selbstansaugender Pumpen liegt in ihrer Fähigkeit, größere vertikale Abstände zwischen Pumpe und Flüssigkeitsniveau zu überbrücken. Je nach Baugröße und Ausführung sind Saughöhen von bis zu etwa acht bis neun Metern möglich. Die tatsächlichen Werte hängen von Faktoren wie Pumpentyp, Drehzahl, Medieneigenschaften und Leitungs­verlusten ab. 
Für Anlagenbauer eröffnet dies zusätzliche Freiheitsgrade bei der Konstruktion. Die Pumpe kann oberhalb eines Behälters montiert werden, wodurch Wartungsarbeiten erleichtert werden und der Zugang zu den Komponenten einfacher bleibt. Gleichzeitig sinkt in vielen Fällen der Aufwand für bauliche Maßnahmen.

Vorteile im industriellen Alltag

Selbstansaugende Pumpen überzeugen nicht nur durch ihre Ansaugfähigkeit. Viele industrielle Anwendungen profitieren davon, dass die Aggregate zeitweise Luftanteile im Förderstrom tolerieren. Das erhöht die Betriebssicherheit bei schwankenden Prozess­bedingungen.
Etaprime im Einsatz
Ferner lassen sich Wartungsarbeiten häufig einfacher durchführen. Bei modernen Konstruktionen, wie die der Etaprime, ermöglichen Inspektionsdeckel oder Back-Pull-Out-Konzepte den Zugang zu wichtigen Komponenten, ohne die gesamte Rohrleitung demontieren zu müssen. Die Pumpen bleiben dadurch auch in anspruchsvollen Produktions­umgebungen gut beherrschbar.
Für Betreiber zählen primär drei Eigenschaften:
  • Robustheit: Die Technik bewährt sich auch unter schwierigen Einbaubedingungen.
  • Unkomplizierte Handhabung: Der Fördervorgang baut sich nach der Erstbefüllung selbstständig auf.
  • Verlässlichkeit: Die Pumpen fördern auch dann sicher, wenn Luft in die Saugleitung gelangt oder niedrige Zulaufdrücke auftreten.
Etaprime: selbstansaugende Pumpe von KSB

Waschanlagen und Reinigungsprozesse

Ein besonders geeignetes Einsatzgebiet stellen industrielle Waschanlagen dar. In diesen Anwendungen müssen Reinigungsflüssigkeiten oft aus Behältern gefördert werden, deren Flüssigkeitsspiegel unterhalb der installierten Pumpe liegt. Gleichzeitig schwanken Füllstände und Betriebsbedingungen regelmäßig.
Selbstansaugende Pumpen ermöglichen hier einen zuverlässigen Betrieb ohne komplizierte Zusatztechnik. Die Förderaggregate können oberhalb der Tanks installiert werden und bleiben dadurch gut zugänglich. In Reinigungsanlagen für Bauteile unterstützen sie den kontinuier­lichen Umlauf von Reinigungsmedien und tragen zu einer hohen Anlagenverfügbarkeit bei. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis verdeutlichen den erfolgreichen Einsatz von selbst­ansaugenden Pumpen in Wasch- und Entfettungsanlagen für Industriekomponenten.

Oberflächenbehandlung und Lackiertechnik

Auch in Oberflächenbehandlungsanlagen und Lackierbetrieben ergeben sich häufig ungünstige Zulaufbedingungen. Prozessmedien befinden sich in Becken oder Tanks, während der verfügbare Platz für Pumpensysteme begrenzt ist.
Selbstansaugende Pumpen lösen dieses Problem durch ihre flexible Installation. Die Aggregate lassen sich direkt auf Prozessbehältern oder in deren unmittelbarer Umgebung montieren. Besonders in kompakten Anlagenkonzepten stellt dies einen wichtigen Vorteil dar. Gleichzeitig bleiben Wartung und Inspektion einfach zugänglich.
Für Lackieranlagen kommt hinzu, dass Pumpen in vielen Fällen Medien mit bestimmten Verunreinigungen oder Prozessrückständen bewältigen müssen. Die Baureihe Etaprime bietet hierfür angepasste hydraulische Konzepte und geeignete Werkstoffvarianten.

Umgang mit verunreinigten Medien

Historisch galten selbstansaugende Kreiselpumpen häufig als empfindlich gegenüber abrasiven Partikeln oder höheren Feststoffanteilen. Die aktuelle Generation der Etaprime-Pumpen zeigt aber, dass konstruktive Anpassungen die Eignung für bestimmte verunreinigte Medien deutlich verbessert haben.
Dabei spielt insbesondere die Gestaltung des Dichtungsraums eine wichtige Rolle. Durch optimierte Strömungsführung lassen sich Feststoffe von empfindlichen Dichtungs­komponenten fernhalten. Gleichzeitig unterstützen halb offene Laufräder die Förderung leicht verschmutzter Medien. Die konkrete Eignung hängt von Partikelgröße, Feststoffkonzentration und Mediumseigenschaften ab.

Fazit

Selbstansaugende Pumpen haben sich als leistungsfähige Lösung für Anwendungen mit schwierigen Zulaufbedingungen etabliert. Ihr besonderer Vorteil liegt im Ansaugprozess, bei dem zunächst Luft und anschließend die Flüssigkeit gefördert wird. Dadurch arbeiten sie auch bei großen Saughöhen und niedrigem Vordruck zuverlässig.
Vor allem in Waschanlagen, Oberflächenbehandlungsanlagen, Lackierbetrieben, Wasser­aufbereitungssystemen und vielen weiteren Industrieanwendungen schaffen sie konstruktive Freiheiten und erhöhen die Betriebssicherheit. Wo Platzmangel, schwankende Füllstände oder ungünstige Zulaufverhältnisse den Einsatz klassischer Pumpentechnik erschweren, bieten selbstansaugende Pumpen eine robuste, unkomplizierte und verlässliche Alternative.

Passende Produkte

Etaprime B

Etaprime B

Horizontale, selbstansaugende Spiralgehäusepumpe, einstufig, mit offenem Mehrschaufelrad, in Blockbauweise, Pumpenwelle und Motorwelle starr verbunden, ATEX-Ausführung erhältlich.

Etaprime L

Etaprime L

Horizontale, selbstansaugende Spiralgehäusepumpe, einstufig, mit offenem Mehrschaufelrad, ab Baugröße 40-40-140 mit Lagerträger, in Prozessbauweise, ATEX-Ausführung erhältlich.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Sie möchten gern weitere Informationen über KSB? Oder haben Fragen rund um unsere Pumpen, Armaturen, Dienstleistungen und Ersatzteile? Kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Bleiben Sie mit dem KSB-Newsletter auf dem Laufenden.

Sie möchten keine Neuigkeiten verpassen? Mit dem KSB-Newsletter erhalten Sie Informationen über unsere Produkte und Lösungen, aktuelle Aktionen und Veranstaltungen sowie spannende Einblicke in die KSB-Welt.