BIM – Building Information Modeling

Bei BIM handelt es sich um eine digitalbasierte Methode für die optimale Planung, Ausführung, Bewirtschaftung und den Rückbau von Gebäuden. KSB unterstützt diese Anwendung und stellt Planern, Architekten und anderen, die es benötigen, schon heute voll nutzbare BIM-Daten verschiedener KSB-Modelle zur Verfügung.

Gebäude 4.0 3D Modell

Building Information Modeling: KSB unterstützt das digitale Bauen.

Was genau bedeutet BIM?


BIM steht für „Building Information Modeling“ und beschreibt eine Methode, die den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes digital abbildet. Planung, Bauausführung, Gebäude-Bewirtschaftung, späterer Rückbau und selbst das Recycling aller verbauten Elemente und Materialien können damit präzise und datenbasiert durchgeführt werden.

Um ein tragfähiges und voll nutzbares BIM-Gebäude-Modell zu errichten, werden über spezielle BIM-fähige Softwareprogramme alle Bauwerksdaten bis ins kleinste Detail erfasst. Das beinhaltet sowohl die Spezifikationen aller verbauten Materialien, Teile, Elemente und Anlagen als auch die genauen Daten der montierten Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Elektro-Installationen.

Mit einem solchen virtuellen „Gebäude 4.0“ steht Planern, Architekten, ausführenden Baufirmen, später auch dem Facility-Management und sogar dem Abbruchunternehmen eine vollständige Datenbank mit allen wichtigen Informationen zum Gebäude auf Abruf zur Verfügung.

2D war früher. Heute wird in 6D geplant!

BIM bedeutet, ein Gebäude nicht wir früher mithilfe von 2D-Plänen oder 3D-Modellen zu planen, sondern in 6D – mindestens. Was bedeutet das?

  • 2D: ebene Darstellung eines Gebäudes auf einem Plan
  • 3D: räumliche Darstellung mithilfe eines Modells
  • 4D: der Bau im zeitlichen Ablauf (sog. Bauzeitmodell)
  • 5D: Addierung aller Mengen und Kosten (Kostenmodell)
  • 6D: Modell inkl. Lifecycle Management (d. h. Gebäudenutzung, Entsorgung, Recycling)

BIM Prozess als Icons dargestellt

 

 „BIM wird irgendwann einmal bei jedem Gebäudebau zum Einsatz kommen – vom Großprojekt bis zum Einfamilienhaus.“

Frank Mewes, Director General Business OEM Building Services, KSB

Wer profitiert von BIM und worin liegen die konkreten Vorteile?

BIM bietet allen Parteien von der Planung bis zum Abriss entscheidende Vorteile. Projektplaner, Architekten, Bauherren, Betreiber, Facility Management, Abbruch- und Recycling-Firmen – sie alle profitieren von einfach zugänglichen, lückenlosen und präzisen Gebäudeinformationen:

  • Das Bauwerkmodell lässt sich in allen Details präzise erfassen und damit nachvollziehbarer planen, prüfen und umsetzen.
  • BIM gewährleistet das nahtlose Zusammenspiel aller Gewerke beim Bau.
  • Es erlaubt eine bessere Kontrolle über die Planungsqualität und die Fertigungsprozesse.
  • Das ermöglich frühzeitigere und belastbare Entscheidungsfindungen.
  • Das Risikomanagement wird vereinfacht.

Kurz gesagt: BIM dient bei konsequenter Anwendung als sicheres Fundament für eine höhere Planungs-, Termin- und Kostensicherheit über den gesamten Lebenszyklus hinweg.


Planungsmodell BIM

Wie weit ist BIM zurzeit – national und international?

Es gibt einige wenige Planer, die BIM bereits beherrschen und ihre Projekte entsprechend abwickeln – jedoch steckt noch vieles rund um BIM in den Kinderschuhen. Im Augenblick existieren weder allgemeingültige Normen noch festgeschriebene Standards, geschweige denn konkrete Definitionen. Allerdings arbeitet eine ganze Reihe von Instituten und Gremien daran, dies so schnell wie möglich zu ändern.

Sowohl der VDI (Verein Deutscher Ingenieure, das DIN (Deutsches Institut für Normung) als auch das CEN (European Committee for Standardisation) und die ISO (International Organization for Standardization) beschäftigen sich mit der Erarbeitung einheitlicher Spezifikationen für BIM.

Keine leichte Aufgabe, denn die Baustelle ist riesig: von der Definition von BIM unter verschiedenen Aspekten und der Vereinheitlichung von Begrifflichkeiten über die Bereitstellung von Normen für Datenaustausch und Management-Prozesse bis hin zu Spezialthemen wie Mengenermittlung und Facility Management –eine Mammutaufgabe! 

„Viele reden darüber, aber die wenigsten kennen sich wirklich mit BIM gut aus und haben die Dynamik erkannt“

Frank Mewes, Director General Business OEM Building Services, KSB

Bis das Gerüst endgültig steht, wird das Thema BIM in verschiedenen Ländern recht unterschiedlich gehandhabt. Als Vorreiter gilt England, aber auch in Frankreich und Italien wird schon viel mit BIM-Unterstützung geplant und gebaut.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Das verantwortliche BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) hat Im Dezember 2015 den "Stufenplan Digitales Planen und Bauen" verabschiedet – dieser soll die Umsetzung von BIM in Deutschland vorantreiben. In diesem Plan fordert das BMVI „die Einführung von modernen, IT-gestützten Prozessen sowie Technologien zur Planung, für den Bau und das Betreiben von Bauwerken“. Zudem werden vertragliche Regelungen definiert, die enge Zusammenarbeit der Baubeteiligten erklärt und die teamorientierte Planung im technischen Sinne aufgezeigt.

Ab 2020 gelten diese Regelungen als verpflichtend. Das heißt im Klartext: Alle Projekte, die von der öffentlichen Hand ausgeschrieben werden, müssen dann nach BIM geplant und gebaut werden! Umso wichtiger, auf diese Herausforderungen vorbereitet zu sein.

Von grob zu fein: Was bedeutet der Level of Detail?

Grundsätzlich bestehen BIM-Daten für ein zu verbauendes Element aus zwei verschiedenen Informations-Familien – zum Beispiel bei einer Pumpe:

  1. die rein geometrischen Daten, also die genauen Abmessungen, wie sie schon heute in CAD-Anwendungen verwendet werden.
  2. die Informations-Daten, also alle weiteren Dokumentationen zum Produkt: Material, Elektrik, Wirkungsgrade, Leistungsaufnahmen, Betriebsanleitung, etc.

Der Level of Detail (LOD) beschreibt nun den Informationsgehalt und Detaillierungsgrad der digitalen Gebäudemodelle. Leider sind auch die LODs bislang noch nicht einheitlich standardisiert. Grob gesagt lassen sich die LOD-Grade jedoch folgendermaßen interpretieren:

  • LOD 100: rein konzeptionelle Darstellung eines Elements
  • LOD 200: die ungefähre Geometrie eines Elements
  • LOD 300: die genaue Geometrie, ausschreibungsreif mit präzisen Spezifikationen
  • LOD 400: die genaue Geometrie, inklusive genauer Ausführung
  • LOD 500: LOD 400 plus Bestandsdokumentation

Produktvisualisierung im BIM Prozess in Stufen

Bereit für BIM? KSB baut mit Hochdruck an seinen Datensätzen.

Bei KSB haben wir vor einigen Jahren die Notwendigkeit erkannt, unseren Partnern valide BIM-Daten zur Verfügung zu stellen. Hinzu kam die Ankündigung des BMVI, öffentliche Gebäude wie Pumpstationen, Wasserwerke etc., bald nur noch nach BIM-Kriterien errichten zu lassen – eine Vorgabe, die übrigens schon heute in einigen Ländern der Welt gilt oder in Kürze gelten wird. Ein Grund mehr für KSB, sich dem Thema mit Hochdruck zu widmen.

Welche Daten stehen bei KSB zurzeit zum Download zur Verfügung?

Wir konzentrieren uns zurzeit darauf, Daten, die von Planern und Architekten verwendet werden können, hersteller- und softwareunabhängig bereit zu stellen. Dafür arbeiten wir eng mit unseren Softwarepartnern (als Provider) sowie Fachplanern und Architekten (als spätere Nutzer) zusammen.

Die CAD-Daten unserer Produkte sind schon jetzt komplett verfügbar – das entspricht etwa einem LOD-Level 400 bis 500. Mit anderen Worten: Die Daten der Informationsfamilie 1 stehen bereits jetzt für all unsere Produkte auf Mausklick bereit.

KSB bietet heute für einen großen Teil der Standard-Produkte (Pumpen und Armaturen), die in der Gebäudetechnik eingesetzt werden, BIM Datensätze an. Und selbstverständlich treiben wir die Erweiterung auf weitere Produktfamilien kontinuierlich voran.

Zurzeit haben Interessenten verschiedene Möglichkeiten, um auf die BIM-Daten von KSB zuzugreifen – z. B. über gespiegelte Kataloge auf vertikalen Marktplätzen oder Apps von Cadenas. Am einfachsten ist es jedoch direkt über die KSB-eigene CAD-Plattform!

Aber das reine Anbieten von BIM-Daten zum Download reicht uns nicht. Wir möchten auch unsere Kunden „BIM-ready“ machen – und organisieren dafür Planerseminare, Veranstaltungsreihen, Projektvorstellung und BIM-Schulungen mit einer Partnerfirma.

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