Zwischenmitteilung zum 30.09.2018

KSB Konzern: Steigender Auftragseingang trotz gegenläufiger Währungseffekte

Neue Handelshemmnisse und politische Konflikte haben die wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen in den ersten neun Monaten des Jahres erschwert und den ökonomischen Aufschwung leicht eingebremst. Hinzu kommt die hohe Schuldenlast mehrerer Schwel­len- und Entwicklungsländer, welche das Investitions­volumen begrenzt und die jewei­ligen nationalen Währungen unter Druck setzt. Dies gilt auch für Staaten, in denen KSB eine starke Marktposition hat wie Indien und Pakistan, Brasilien und Argentinien.  

In dem für KSB-Produkte wichtigsten Markt Industrie blieb die Nachfrage bis Sep­tember auf hohem Niveau. Anbieter von Industriegütern profitierten zunehmend von einer Er­holung des Öl- und Gasmarktes einschließlich der verarbeitenden Produktionsbereiche. Im Bergbau besserte sich die Auftragslage dank neuer Projekte; die Bauwirtschaft entwickelte sich weiterhin positiv. Die Nachfrage aus der Wasser- und Abwasser­wirt­schaft blieb hingegen hinter der des Vorjahres zurück, insbesondere da mehrere Schwellenländer den Ausbau ihrer Infrastruktur nicht in gleichem Tempo fort­setzten. Unverändert schwierig war die Lage der Energiewirtschaft, die im Kraftwerkssektor entsprechend zurück­haltend investierte. 

KSB Konzern           01-09/201801-09/2018Veränderung
Auftrags-
eingang
Mio. EUR1.775,11.717,0+  3,4 %
Umsatz-
erlöse
Mio. EUR1.634,51.624,3+  0,6 %
Belegschaft
(30.09.)
 15.70115.539+   1,0 %

Auftragseingang und Umsatz

Der Auftragseingang des Konzerns ist bis September gegenüber den ersten neun Mo­naten des Vor­jahres um 58,1 Mio. EUR auf 1.775,1 Mio. EUR gestiegen. Diese Er­höhung um 3,4 % stützte sich auf vermehrte Aufträge der Industrie, der Bau­wirt­schaft und des Bergbaus. Ohne Berücksichtigung der Währungseffekte (Auftrags­werte in nationalen Währungen) wä­re dieser Zuwachs um 79,3 Mio. EUR höher aus­gefallen. Dies hätte insgesamt ei­nem An­stieg des Auftragseingangs in Höhe von 8,0 % ent­sprochen.

Der verstärkte Auftragseingang hing in erster Linie mit einer Zunahme der Bestel­lungen von Pum­pen zusammen. Diese Order betrafen sowohl Standard­produkte wie auch auf­trags­spe­zifisch ge­fertigte Aggregate, die in der Regel für grö­ßere Kunden­projekte zum Ein­satz kom­men. Gleichzeitig sind die Aufträge für Armaturen moderat gestie­gen. Sie haben nominal einen leichten Rück­gang im Segment Service aus­ge­glichen, der durch die aktuell schwierige Situation im Mittleren Osten bedingt war. 

Insgesamt hat sich die Auftragslage der Gesellschaften in Asien / Pazifik und Europa – anders als in der Region Mittlerer Osten / Afrika ­– signifikant verbessert. Die Ge­sellschaften in Amerika erreichten in Summe einen Auftragseingang knapp über dem Vorjahres­niveau. In dieser Region beeinträchtigte vor allem die Schwäche des brasi­lia­­nischen Real und des argentinischen Peso die in Euro verbuchten Auftrags­werte.

Der Konzernumsatz übertraf mit einem Zuwachs um 10,2 Mio. EUR auf 1.634,5 Mio. EUR knapp das Vorjahresniveau (+ 0,6 %). Ohne Währungseffekte (in Höhe von 69,6 Mio. EUR) wäre ein Zuwachs um 4,9 % zu verzeichnen gewesen. Die Gesellschaften in Asien / Pa­zi­fik und Amerika konnten ihr Geschäft auch in Euro gemessen deutlich ausweiten. Heraus­­ragend waren dabei die Zuwächse der US-Tochter GIW Indus­tries Inc. sowie der Gesell­schaften in Indien und China.

Der Umsatz mit Armaturen und Serviceleistungen verzeichnete trotz der Wäh­rungs­effekte jeweils ein leichtes Plus, wohingegen der Pumpenumsatz wieder das Vorjahres­niveau erreichte.

Veränderung der Mitarbeiterzahlen

Die Zahl der KSB-Beschäftigten im Konzern erhöhte sich in den vergangenen zwölf Monaten um 162 auf 15.701 (Stichtag 30. September 2018). Dieser Anstieg resul­tiert hauptsächlich aus der Verstärkung unserer Mannschaften in Indien sowie in den USA. Dort wirkte sich neben einem Personalaufbau bei dem stark wach­senden Fest­stoffpumpen-Hersteller GIW Industries Inc. in Georgia auch die Konso­lidierung eines neu erworbenen US-Serviceunternehmens in Michigan, der KSB Dubric, Inc., aus.

Ertrags- und Finanzlage

In den ersten drei Quartalen lag das Konzernergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erheblich zurück. Dies ent­spricht unserer am 13. August 2018 angepassten Jahresprognose. Wesentliche Ein­fluss­faktoren waren die erschwerten weltwirtschaftlichen Rahme­n­be­ding­ungen, ne­gative Währungseffekte sowie die Vorsorge für ein Altprojekt in Groß­britannien, über das wir am 2. Mai 2018 informiert haben.

Der Saldo aus verzinslichen Geldwerten und Finanzschulden, die Nettofinanzposition,  lag am 30. September unterhalb des Wertes am 31. Dezember 2017 in Höhe von knapp 288 Mio. EUR.

Ausblick

An unserer revidierten Prognose für das laufende Geschäftsjahr, wie im Halb­jahresfinanzbericht ausgeführt, halten wir fest. Im Auftragseingang gehen wir somit, trotz negativer Währungs­effekte weiter von einer spürbaren Steigerung aus, die wesen­t­­lich von Pumpenbestellungen geprägt sein wird. Der Zuwachs im Auftrags­eingang wird sich wegen des Anteils von Projektaufträgen mit längerer Lieferzeit nicht un­mittelbar im Umsatz abbilden. Dieser wird gegenüber dem Vorjahr aufgrund der nachteiligen Wäh­rungs­einflüsse nur moderat steigen. Das Konzern­ergebnis vor Finanzergebnis  (EBIT) wird wegen dieser Währungs­effekte sowie der welt­wirt­schaft­lichen Risiken und der erwähnten Vorsorge für ein Projekt in UK voraus­sichtlich erheb­lich unter dem des Vor­jahres liegen.

Die Risiken für unser Geschäft sind durch die politischen Spannungen, neu ent­ste­hende Handelsbarrieren sowie erschwerte Geschäftsbeziehungen im Mittleren Osten leicht erhöht. Dem stehen verbesserte Chancen im Servicegeschäft gegen­über, das wir glo­bal ausbauen und das ab 2019 stark wachsen soll.

Bei der Nettofinanzposition rechnen wir, wie im Halbjahres­finanzbericht beschrieben, zum Jahresende mit einem Wert unter dem des Vorjahres.

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