„KSB Powerhouse“: schlüsselfertige Kraftzentrale für die kleine Wasserkraft

Was für ein Privileg, einen Beruf auszuüben, in dem die professionelle Kompetenz, die man darin einbringen kann, mit einem hohen sozialen Stellenwert einhergeht! Bei Lenard Vorpahl ist dies, das sagt er selbst, „hundertprozentig der Fall“.

Als Projektleiter des KSB-Start-ups „Powerhouse“ verfügt er über alle Möglichkeiten, mit seinem technischen Know-how die Umsetzung des Kraftwerkprojekts voranzutreiben und diese mit wachsenden Herausforderungen zu verbinden, etwa indem er zusätzllich Aufgaben im Marketingbereich übernimmt. Gleichzeitig gefällt es ihm sehr, damit den technischen Fortschritt in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen.

Lenard Vorpahl: Projektleiter des KSB-Start-ups „Powerhouse“ Lenard Vorpahl: Projektleiter des KSB-Start-ups „Powerhouse“ 
„Das Powerhouse soll zukünftig vor allem da eingesetzt werden, wo es bislang überhaupt noch keine Anbindung an Stromnetze gibt.“ Heißt: „Wir entwickeln hier bei der KSB nicht nur Kleinkraftwerke, sondern sehen eben auch die Möglichkeit, dort, wo es am dringendsten nötig ist, den Grundstein für wachsende Infrastruktur und mehr Wohlstand zu legen.“

Noch ist es nicht ganz so weit. Das KSB-Powerhouse-Projekt – das ist bis dato noch die Entwicklung einer dezentral operierenden, schlüsselfertigen Anlage, mit der aus Wasserkraft Strom erzeugt werden kann. Besonders daran ist die Zielgruppe, auf deren Anforderungen es zugeschnitten ist: Ansiedlungen, Dörfer oder kleinere Städte vor allem in Regionen abseits von elektrischen Versorgungsnetzen. Das fängt bereits bei der Lieferung an. Sämtliche Komponenten sind so konzipiert, dass sie in einem handelsüblichen Standardcontainer Platz finden und so problemlos auf den weltweiten Schiffs- und Bahntransportrouten an ihr Ziel gebracht werden können – auch das bereits ganz im Sinne möglichst unkomplizierter Handhabung und möglichst niedriger Anschaffungskosten für den Betreiber.

Das erste Powerhouse steht schlüsselfertig im KSB Werk Frankenthal. Das erste Powerhouse steht schlüsselfertig im KSB Werk Frankenthal.

Aber auch in allen anderen Aspekten wurde bei der Konzeption und Entwicklung der Anlage besonderer Wert darauf gelegt, zielgruppenspezifischen Anforderungen gerecht zu werden. Begrenzte Performance (30-750 Kilowatt), ein hohes Maß an Robustheit, lange Lebensdauer der einzelnen Komponenten, möglichst niedrige Wartungsintensität, einfache Bedienbarkeit: All dies Faktoren, die Transport, Einrichtung, Inbetriebnahme und langfristigen Betrieb so unkompliziert und praktikabel wie möglich machen. „Der positive Knackpunkt“, so Vorpahl, „ist die von uns entwickelte Leistungsregelung. Mit ihr haben wir es geschafft, dass die Anlage eben nur so viel Energie produziert, wie tatsächlich auch benötigt wird. Das hilft nicht nur mögliche Probleme wie z. B. Netzüberlastungen zu vermeiden, es ermöglicht auch weiterhin Kosten zu senken.“

KSB Powehouse Grafik Sämtliche Komponenten sind so konzipiert, dass sie in einem handelsüblichen Standardcontainer Platz finden.

Technik ganz im Sinne schneller Umsetzbarkeit und wirtschaftlicher Effizienz – das ist es, was den KSB-Projektleiter an Powerhouse fasziniert. Als Diplomand war er bereits während seiner Studienzeit mit der KSB verbunden. Nach erfolgreichem Abschluss trat er 2009 als Projektingenieur in das Unternehmen ein, übernahm anschließend die Projektleitung für das Start-up „Flussturbine“ und dann, Anfang 2015, das Powerhouse-Projekt. „Als ich damals zum Team stieß, waren die Vorarbeiten für die Erstellung des ersten Prototypen erledigt. Wir haben dann noch elektrische und hydraulische Tests durchgeführt und in der Folge die entsprechenden Optimierungen vorgenommen. Aber jetzt ist es so weit, dass die Anlage tatsächlich steht. Was momentan noch fehlt, sind Praxistests. Bis jetzt wissen wir, dass das Powerhouse einwandfrei funktioniert, aber natürlich möchten wir mehr darüber erfahren, wie sich die Anlage in einer natürlichen Umgebung verhält.“

Anwendungsgrafik des KSB Powehouse Stromerzeugung mit Wasserkraft: Zwischen 10 und 220 Metern sollte die Fallhöhe des Wassers betragen, um die Pumpe anzutreiben, die als Turbine fungiert.

Mögliche Testfelder für Powerhouse sind beispielsweise das zentralafrikanischen Ruanda oder auch Brasilien, hier als Anwendung in einer Trinkwasserversorgungstation in Kooperation mit der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG). Langzeitergebnisse unter realistischen Bedingungen sammeln, auswerten, Funktionalitäten weiter optimieren, aber dann auch möglichst viele Anlagen zum Einsatz bringen: „Powerhouse ist letztlich auf einen schnellen Einsatz und eine schnelle Umsetzung ausgerichtet“, so Vorpahl. „Je eher wir damit anfangen, umso mehr Menschen aus den ärmeren Regionen dieser Welt können davon profitieren. Klar, dass ich hier ziemlich ungeduldig bin!“ 

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