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Schöpfwerkspumpe

Die Schöpfwerkspumpe ist eine Rohrgehäusepumpe und wird in den gleichnamigen Schöpfwerken eingesetzt. Diese werden auch als Pumpstationen bezeichnet und dienen zur Be- oder Entwässerung von Landgebieten. siehe Abb. 1 Schöpfwerkspumpe

Schöpfwerk. 1 Rechen; 2 Rechenreinigungsmaschine; 3 Einlaufkammer; 4 Einlaufkegel; 5 Pumpe; 6 Antriebsmotor; 7 Abdichtklappe;  Abb. 1 Schöpfwerkspumpe: Schöpfwerk. 1 Rechen; 2 Rechenreinigungsmaschine; 3 Einlaufkammer; 4 Einlaufkegel; 5 Pumpe; 6 Antriebsmotor; 7 Abdichtklappe; 8 Druckleitung; 9 Schwimmerhohlklappe


In eingedeichten Küstengegenden, die tiefer als die Hochwasserstände liegen, ist die Entwässerung unabdingbar. Gewöhnlich versorgen mehrere über ein Einzugsgebiet verstreute kleinere Pumpwerke ein größeres Hauptpumpwerk. Ist der natürliche Abfluss durch das Siel (verschließbarer Deichdurchlass) aufgrund des hohen Außenwasserstandes nicht mehr gegeben, tritt die Schöpfwerkspumpe in Funktion. In wasserarmen Gegenden dominiert die Bewässerung (siehe Bewässerungspumpe). Vielfach versorgt eine am Fluss oder an einem See liegende Hauptstation über ein Grabensystem mehrere kleinere Zwischenstationen, deren Schöpfwerkspumpe das Wasser zu den noch höher liegenden Feldern pumpt. Seltener ist die Kombination beider Verwendungszwecke, wobei hier dann je nach Jahreszeit be- oder entwässert wird. Wegen der geringen Förderhöhen werden fast ausschließlich Propellerpumpen mit axialemPropeller benutzt. Die Aufstellung von Schöpfwerkspumpen ist überwiegend vertikal mit der Tendenz zu einer im Rohrschacht eingesetzten Tauchmotorpumpesiehe Abb. 2 Schöpfwerkspumpe

Schöpfwerkspumpe: Im Rohrschacht eingesetzte Propeller-Tauchmotorpumpe als Schöpfwerkspumpe Abb. 2 Schöpfwerkspumpe: Im Rohrschacht eingesetzte Propeller-Tauchmotorpumpe als Schöpfwerkspumpe


Anstelle der früher bei großen Förderströmen gebräuchlichen Propellerpumpen mit schräg aufgestellter Rohrachse werden heute vertikale Schöpfwerkspumpen mit herausziehbarem Laufzeug (siehe herausziehbare Pumpe) bevorzugt. Die Schöpfwerkspumpen haben überwiegend einen Elektromotor als Antrieb. Je nach Größe erfolgt dieser direkt oder über ein Getriebe. In entlegenen Gebieten ist aber auch der Antrieb über einen Dieselmotor üblich. 

Zur Angleichung bei verschiedenen Förderhöhen an unterschiedlich anfallende Förderströme bspw. durch Hochwasser oder Gezeitenschwankungen bedingt, bietet sich bei Dieselantrieb die Drehzahlverstellung (siehe Regelung) an. Bei elektromotorgetriebenen Pumpen werden für größere Einheiten oft Verstellpropeller (siehe Laufschaufelverstellung) verwendet. Diese werden gelegentlich noch mit einer Drehzahlverstellung durch polumschaltbaren Motor oder Frequenzänderung kombiniert. Bei üblichen Schöpfwerkspumpen liegt der Förderstrom (Q) bei 500 bis 60.000 m3/h (und größer), die Förderhöhe (H) liegt bei 0,5 bis 8 m und die Nennweite (DN) des Druckstutzens bei 300 bis 2.400 mm (und größer).