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Rohrgehäusepumpe

Eine Rohrgehäusepumpe ist eine Kreiselpumpe, deren Fördermedium nach dem Durchlaufen des Laufrads und Leitrads das rohrförmige Pumpengehäuse (bei vertikalen Rohrgehäusepumpen zur Pumpenwelle hin konzentrisches Steigrohr) durchströmt. Die am häufigsten vorkommenden Rohrgehäusepumpen sind Vertikalpumpen. Bei der Nassaufstellung tauchen sie mit der Einlaufdüse in eine oben offene oder gedeckte Einlaufkammer hinein; bei Trockenaufstellung sind sie mit ihrem saugseitigen Ende an einen Einlaufkrümmer angeschraubt oder dichtend mit der Decke einer Einlaufkammer verbunden. In jedem Fall müssen die Zulaufbedingungen bei Rohrgehäusepumpen sorgfältig beachtet werden. Das Rohrgehäuse einschließlich des Auslaufkrümmers kann in wirtschaftlicher Bauweise auch aus Beton hergestellt werden. siehe Abb. 7 Kühlwasserpumpe

Das Laufrad ist je nach spezifischer Drehzahl ein Axialrad oder Halbaxialrad. Das Leitrad mündet in das Steigrohr und je nach Einbautiefe können auch mehrere Steigrohre hintereinander geschraubt werden. Dadurch wird auch die Pumpenwelle entsprechend verlängert und muss mehrfach gelagert werden. Der anschließende Auslaufkrümmer leitet den Förderstrom aus dem Steigrohr dann zum Pumpendruckstutzen. Die Welle wird am Auslaufkrümmer durch eine Stopfbuchse oder eine Gleitringdichtung aus dem Rohrgehäuse herausgeführt. Die darüber angeordnete Antriebslaterne nimmt die axiale Wellenlagerung (Gleitlager, Wälzlager) auf und bietet Zugang zur Wellenkupplung zwischen Pumpe und Antrieb oder Getriebe (z. B. Stirnradgetriebe). An dieser Stelle wird auch der Antrieb für die Regelung der Pumpe untergebracht. So wird die Laufschaufelverstellung von den Propellerpumpen überwiegend durch die hohle Antriebswelle betätigt. Auch die Vordrallregelung von Schraubenradpumpen wird meist von hier aus über besondere Gelenkwellen angetrieben. Die Wellenführungslager werden als wartungsfreie, wassergeschmierte keramische Gleitlager ausgeführt. Diese benötigen zur Schmierung kein sauberes Frischwasser oder einen gefilterten Anteil des Förderstroms, sondern können auch mit stark verschmutztem, ungefiltertem Fördermedium geschmiert werden. 

Da die Montage und Demontage des Rohrgehäuses aufgrund der Gewichte und sperrigen Abmessungen recht aufwändig ist, können bei den herausziehbaren Rohrgehäusepumpen hydraulische Einbauten wie Lauf- und Leitrad mitsamt der Welle und Lagerung (Laufzeug) aus dem rohrförmigen Gehäuse herausgezogen werden (siehe herausziehbare Pumpe). siehe Abb. 1 Rohrgehäusepumpe

Rohrgehäusepumpe: Rohrgehäusepumpe mit Verstellpropeller und herausziehbarem Laufzeug inklusive Leitrad Abb. 1 Rohrgehäusepumpe: Rohrgehäusepumpe mit Verstellpropeller und herausziehbarem Laufzeug inklusive Leitrad

Dazu muss der Auslaufkrümmer so gebaut sein, dass er zur Antriebsseite hin eine freie, durch einen entsprechenden Druckdeckel verschlossene Öffnung mit dem vollen Kreisquerschnitt des Rohrgehäuses besitzt. Eine Inspektion oder ein Austausch des Laufzeugs erfordert dann nur den Abbau des Antriebes samt Antriebslaterne und nach dem Lösen der Schrauben am Druckdeckel das Herausziehen des gesamten Einschubes. Der druckseitige und gegebenenfalls auch der saugseitige Anschluss des Rohrgehäuses bleiben unberührt. 

Für mehrere gleiche Pumpen kann ein Reserveeinschub zum Austausch bereitgehalten werden. Die herausziehbare Rohrgehäusepumpe wird besonders bei großen Nennweiten bevorzugt. Deren Einbaumöglichkeiten sind vielfältig und werden überwiegend durch die bauseitigen Bedingungen vorgeschrieben sowie durch die vom Pumpenhersteller angebotenen Arten der Aufstellung gekennzeichnet. So ist das Pumpenlaufrad ständig auch von dem Fördermedium überflutet, um besondere Ansaugvorrichtungen oder Vorpumpen zu ersparen. Auf der Saugseite muss die Pumpe bei der Trockenaufstellung mit dem Einlaufkrümmer oder mit der Decke der Einlaufkammer wasser- und luftdicht verbunden sein. Diesen zusätzlichen Investitionen stehen die Vorteile gegenüber, dass das Pumpengehäuse sehr kurz sein kann und die Pumpe für eine Kontrolle von außen jederzeit zugänglich ist. 

Eine nassaufgestellte Rohrgehäusepumpe wird an der Pumpeneintrittsseite frei in die Förderflüssigkeit eingetaucht. Aufgrund ihrer rationellen Einbauweise wird sie häufiger verwendet als die trockenaufgestellte Rohrgehäusepumpe. Zu entscheiden ist, ob der Pumpendruckstutzen der Rohrgehäusepumpe über oder unter Flur wie bei der Bewässerungspumpe liegen soll. Die Entscheidung ist bauseitig zu treffen. 

Schließlich ist zu entscheiden, wie die Gewichtskraft der Antriebsmaschine aufzunehmen ist. Die Laterne kann direkt auf dem über Flur liegenden Druckkrümmer stehen (wenn dadurch das gesamte Aggregat nicht zu "kopflastig" wird), sie kann freitragend über den Auslaufkrümmer gestülpt werden (ohne ihn durch das Motorgewicht zu belasten (Überstülplaterne) oder kann auf einem eigenen Flur im nächsthöheren Stockwerk des Maschinenhauses aufgestellt werden. Die drehenden Wellen und Kupplungen sind durch einen Kupplungsschutz gegen Berührung abzudecken. In seltenen Fällen wie bei kleineren Nennweiten und kurzen Baulängen wird auch das gesamte Aggregat mit einem speziellen Fuß auf den Boden der Einlaufkammer gestellt. 

Die Rohrgehäusepumpen werden vorwiegend als Kühlwasserpumpen verwendet, werden aber auch als Schöpfwerkspumpen und Zubringerpumpen in Meerwasserentsalzungsanlagen eingesetzt.

Rohrgehäusepumpe