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Pumpenwelle

Die Pumpenwelle überträgt das Drehmoment des Antriebes bei Kreiselpumpen auf die Laufräder und bei rotierenden Verdrängerpumpen auf die Verdrängungskörper. Bei oszillierenden Verdrängerpumpen hat sie die Form einer Kurbel- oder Nockenwelle. Die Pumpenwelle ist bei den Kreiselpumpen der zentrale Bestandteil eines Pumpenläufers und verbindet die Laufräder, Wellenüberzüge (z. B. Abstandshülsen zwischen den Laufrädern oder Wellenschutzhülsen im Bereich der Wellendichtungen), die Lager (Wälzlager oder Gleitlagerhülsen und Spurscheiben), ggf. Entlastungsscheiben oder -kolben (siehe Entlastungseinrichtung) und die Kupplung sowie sonstige noch zum Läufer gehörende Pumpenteile (z. B. Spritzringe, Wuchtscheiben, Vorsatzläufer, Wellenmuttern) miteinander. Bei den Blockpumpen entfällt die Kupplung (siehe Wellenkupplung) und die Hohlwellen der Propellerpumpen enthalten zusätzlich noch die Verstellstange zur Betätigung des Verstellgetriebes (siehe Laufschaufelverstellung). 

Die Pumpenwelle hat neben der Energieübertragung noch die Aufgabe, die Drehkörper des Pumpenläufers so mit den Bohrungen des Pumpengehäuses zu zentrieren, dass sich die genannten Teile unter Beachtung der Wellendurchbiegung im Betrieb möglichst nicht berühren. 

Da die radialen Abstände zwischen dem Pumpenläufer und -gehäuse (Dichtungsspalte oder Laufspiele) aus Gründen der Reduzierung von Verlustströmen (siehe Spaltverlust) oder Leckströmen möglichst klein gehalten werden, kann es bspw. bei mehrstufigen Pumpen in gewissen Betriebszuständen zur vorübergehenden Berührung in diesen Spalten kommen, weshalb Mindestgleiteigenschaften von den Werkstoffen an dieser Stelle gefordert werden. 

Bei der Bemessung der Pumpenwelle müssen nicht nur die maximal zu übertragenden Drehmomente und zulässigen Wellendurchbiegungen, sondern auch etwaige Biege- und Drehschwingungen beachtet werden (siehe Schwingung). Die Ermittlung der kritischen Drehzahlen verlangt aufgrund der theoretisch kaum vorhersagbaren Dämpfungseinflüsse durch Drosselspalte und spezielle Versteifungseffekte bei den verschiedenen Arten der Aufstellung besondere praktische Erfahrungen. Darüber hinaus sind, abgesehen von den aufgrund ihrer Wellenüberzüge nicht mit dem Fördermedium in Berührung kommenden trockenen Wellen, die Einflüsse der Korrosion auf den Wellenwerkstoff zu beachten. Das heißt, es muss eine korrosionsbeständige Werkstoffqualität verwendet werden (siehe Werkstoffauswahl). In jedem Fall gilt aber, dass sich der Wellenwerkstoff auch unter wechselnden Temperaturen im Laufe der Zeit nicht dauerhaft verformen darf.