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Druckerhöhungsanlage

Wenn der normale Netzdruck einer vorhandenen Wasserversorgungsanlage nicht ausreicht, um höher gelegene Abnehmer (in Hochhäusern oder höher gelegenen Ortsteilen) zu versorgen, muss der Wasserdruck erhöht werden. Dies erfolgt durch den Einbau von einer oder mehreren Druckerhöhungspumpen in eine Umgehungsleitung zur Hauptleitung.
Um dabei eine Kreisförderung zu vermeiden, wird in der Hauptleitung zwischen dem Saug- und Druckanschluss der Pumpen ein Rückschlag-organ (siehe Armatur) angeordnet.
siehe Abb. 1 Druckerhöhungsanlage
Druckerhöhungsanlage: Pumpe in Umgehungsleitung mit Rückschlagventil und Druckbehälter Abb. 1 Druckerhöhungsanlage: Pumpe in Umgehungsleitung mit Rückschlagventil und Druckbehälter

Zeitgemäße Druckerhöhungsanlagen arbeiten nur noch mit stufenlos geregelten Pumpen.
siehe Abb. 2 Druckerhöhungsanlage


Druckerhöhungsanlage: Anschlussfertige Kompaktanlage mit vier Pumpen, drehzahlgeregelt Abb. 2 Druckerhöhungsanlage: Anschlussfertige Kompaktanlage mit vier Pumpen, drehzahlgeregelt


Hierbei ist der große, nutzbare Regelbereich der parallel arbeitenden Pumpen von großem Vorteil. Einerseits sind auch große Schwankungen im Vordruck (Zulaufdruck) gut ausregelbar, andererseits arbeiten diese vollständig geregelten Druckerhöhungsanlagen sehr effizient. Ansonsten notwendige Druckregler/ Druckminderer können komplett entfallen (und natürlich auch deren permanente Druckverluste). Auch hinsichtlich des Komforts und der Betriebssicherheit sind diese Anlagen unübertroffen.
Der Ausgangsdruck ist praktisch konstant, es wird nur die tatsächlich notwendige Förderhöhe auf den jeweiligen Zulaufdruck eingeregelt. Damit sind keine von anderen Lösungen gefürchteten Druckschwankungen/Druckstöße beim Zu- oder Abschalten von Druckerhöhungspumpen mehr spürbar (kein Temperaturwechsel beim Duschen etc.). Außerdem hat die Anlage deutlich geringere Betriebsgeräusche zumindest im überwiegenden Teillastbetrieb. Ein eventueller Ausfall einer stufenlos geregelten Pumpe hat keine Druckschwankungen oder gar instabilen Betrieb (Flatterschaltungen: Zu- und Abschalten der Pumpe in schneller Abfolge) zur Folge. 

Ebenso sind hygienisch problematische Druckspeicher (Membranbehälter) normalerweise komplett entbehrlich. Aufgrund der heute üblichen Regel- und Überwachungsalgorithmen werden Nullbedarf (Abnahme Förderstrom = 0) schnell und sicher erkannt und durch frühzeitige Pumpenabschaltung unnötige Erwärmungen des Wassers (Trink-Wasser) verhindert. siehe Abb. 2 Druckerhöhungsanlage

Der relativ hohe Aufwand für die Regelung rechtfertigt den Einsatz von Mikroprozessoren. Standardisierte Kompaktanlagen enthalten bereits alle zum automatischen Betrieb notwendigen Bauelemente und können daher mit einem Minimum an Installationsarbeit angeschlossen werden.

Druckerhöhungsanlage