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Dichtung

Als Dichtung werden Elemente oder Konstruktionen bezeichnet, die ungewollte Stoffübergänge von einem zum anderen Raum verhindern oder begrenzen. 

Bei Kreiselpumpen werden die Konstruktionen mittels Dichtungen leckagefrei oder leckagearm gegen andere Räume inner- oder außerhalb dieser Konstruktionen getrennt. Eine Dichtung liegt dabei auch vor, wenn damit keine absolute Dichtheit erzielt wird (z. B. bei Drosselung). So reicht die Dichtungsskala von absoluter Dichtheit (Verschweißen der Dichtflächen) über nicht verschweißte Dichtungen (z. B. Flach-Dichtungen, geschliffene Dichtungen, Rund-Dichtringe (O-Ringe)) bis hin zu leckagedurchlässigen Drosselspaltausführungen. 

Zur Umsetzung der Anforderungen finden sich nahezu alle Dichtungsarten, begonnen von ihrer Befestigung an der Rohrleitung bis hin zu pumpeninternen Dichtungen, wieder. 

Dichtungsarten

  • gegeneinander ruhende Dichtflächen
  • gegeneinander verschiebbare Dichtflächen
  • gegeneinander sich in Grenzen einstellende Dichtflächen
  • gegeneinander drehende Dichtflächen

Die Befestigung von Kreiselpumpen an den Rohrleitungen erfolgt meist über gegeneinander ruhende Dichtflächen, ist aber auch durch gegeneinander sich in Grenzen einstellende und drehende Dichtflächen möglich.

Gegeneinander ruhende Dichtflächen 

Je nach Funktion der gegeneinander ruhenden Dichtflächen wie "Dichten", "Zentrieren" und "Fluchten" gilt es, die Dichtungsausführungen auf diese Funktionen hin auszuwählen. Dabei sind für die Funktion "Dichten" oft erhebliche Kräfte aufzubringen. So erfordert die axial dichtende Runddichtung eine verhältnismäßig geringe, die axial dichtende Flachdichtung eine größere und die metallisch geschliffene Dichtpartie die höchste axiale Anpresskraft. Radial dichtende Runddichtringe benötigen dagegen für die Dichtfunktion nur eine geringe radiale Vorspannkraft.

Dichtungen an Stellen wie z. B. Ablassschrauben können gemäß der alleinigen Funktion "Dichten" sehr elastisch ausgeführt sein, da sie keine Fluchtungsfunktion haben. Auch Dichtungen ohne wesentlichen Differenzdruck, z. B. bei Lagerdeckeln von Lagerträgern, können dementsprechend sehr einfach ausgebildet werden. 

Auf rotierende Dichtungen mit gegeneinander ruhenden Dichtflächen (z. B. Wellenschutzhülse gegen Welle) wirken außer den Differenzdrücken noch Zentrifugalkräfte, die durch konstruktive Maßnahmen (z. B. gekammerte Dichtungen) aufgenommen werden können. 

Unterscheidung der Dichtungen bei gegeneinander ruhenden Dichtflächen

  • unlösbar (verschweißte Flansche und Dichtflächen) 
  • lösbar (Flachdichtungen, elastische Werkstoffe)
  • gekammert (Rund-Dichtungen etc.)
  • Linsenkopf-Dichtung (metallische Dichtungen) 
  • mit Sperrflüssigkeit gesperrte Dichtung (für giftige oder explosive Medien und bei Gefahr von Lufteinbruch bei Unterdruck)

Gegeneinander verschiebbare Dichtflächen 

Um einen montage- oder betriebsmäßig (Temperaturschwankungen) bedingten Längenausgleich vornehmen zu können, werden gegeneinander verschiebbare Dichtflächen verwendet. Dies können bspw. zwei ineinandergreifende Rohre sein, die mit einer Stopfbuchse gegeneinander abgedichtet sind. Bei Gleitringdichtungen wird zudem mit Hilfe von O-Ringen oder einem Gummibalg die axiale Ausgleichsbewegung der Dichtungen sichergestellt. 

Gegeneinander sich in Grenzen einstellende Dichtflächen 

Die gegeneinander sich in Grenzen einstellenden Dichtflächen werden über Membrane, Balge und Kompensatoren (zur Begrenzung der Stutzenkräfte oder geräuschmäßigen Abkopplung des Pumpengehäuses von der Rohrleitung) abgedichtet. Dazu gehört auch die Verbindung und Abdichtung durch Schläuche. 

Gegeneinander drehende Dichtflächen 

Bei den sich gegeneinander drehenden Dichtflächen müssen drehende Maschinenteile zu den nicht drehenden Teilen so abgedichtet werden, dass der Leckverlust oder von außen eindringende Stoffe auf ein bestimmtes Maß reduziert und ein etwaiger Verschleiß der Dichtflächen so gering wie möglich wird (siehe auch Wellendichtungen).