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Aufstellung

Als Aufstellung von Kreiselpumpen wird die Anordnung des Pumpenaggregates am Einsatzort mit allen Rohrleitungsanschlüssen, die zur Inbetriebnahme erforderlich sind, bezeichnet. Hierzu wird die Maschine so installiert, dass alle äußeren Kräfte und Momente (siehe Stutzenbelastung) sicher vom Fundament sowie von den Stützen, Rahmen, Platten oder der Rohrleitung selbst aufgenommen werden.

Die Art der Aufstellung richtet sich nach der Pumpenbauart und oft nach dem Pumpenverwendungsgebiet: Fundament- oder fundamentlose Aufstellung, Nass- oder Trockenaufstellung sowie Aufstellung im Raum oder Freiluftaufstellung. 

Fundamentaufstellung 

Bei der Fundamentaufstellung (siehe Pumpenfundament) müssen Pumpen mit horizontaler und vertikaler Welle getrennt betrachtet werden. Bei der horizontalen Aufstellung von Kreiselpumpen hat sich die Prozessbauweise und bei Antriebsleistungen bis 50 kW die Blockbauweise (siehe Blockpumpe) durchgesetzt. Bis auf die Blockpumpen werden Horizontalpumpen und -antriebe auf gemeinsamen Grundplatten angeliefert. Bei großen Aggregaten und ggf. auch solchen mit Getrieben oder Zubringerpumpen sind die Grundplatten mehrteilig.
Diese Grundplatten werden auf das Fundament aufgesetzt und die Hohlräume zwischen beiden mit Vergussmaterial wie Zementmörtel ausgefüllt. Erst nach dem Abbinden dürfen die Fundamentschrauben festgezogen werden. Durch dieses Ausgießen erhalten die Grundplatten die Steifigkeit, die eine unzulässige Verformung bei einer Belastung (z. B. Rohrleitungskräfte) verhindert. Im Anschluss erfolgt bei den einzelnen Teilen des Aggregates das Ausrichten der Kupplungen, indem die Maschinenfüße auf den Grundplatten mit Beilagen unterlegt werden. Nach dem Anpassen und spannungsfreien Anschließen der Rohrleitungen an die Pumpe sowie der Installation des Zubehörs (z. B. Schmiereinrichtung,  Filter, Schmierölpumpe, Armatur etc.) beendet die Ausrichtungskontrolle das Aufstellen des Pumpenaggregates

Bei den horizontal aufgestellten Einschaufelrad- (siehe Laufrad) und Diagonalrad-Pumpen wird häufig ein Keilriementrieb eingesetzt. Der Keilriemenantrieb mit Vollscheiben ist zur Verminderung von Druckstößen in der Anlage geeignet.

Anstelle eines Riementriebes kann auch ein frequenzgeregelter Elektromotor verwendet werden. Die Verwendung von genormten Elektromotoren erlaubt beliebige Pumpendrehzahlen (siehe Drehzahl) und ein einfaches Anpassen der Pumpe an erforderliche Leistungsdaten bei einem maximalen Laufraddurchmesser. Eine optimale hydraulische Auslegung der Abwasserpumpe hinsichtlich Wirkungsgrad und NPSH ist somit gewährleistet.

Die Aufstellung von Vertikalpumpen und -antrieben entspricht in etwa der Aufstellung von Horizontalpumpen, wobei das Ausrichten von Kupplungen entfällt, wenn Pumpe und Antrieb über eine Antriebslaterne miteinander verbunden sind. In solchen Fällen ist das Aggregat nur durch einen Fußflansch mit dem Fundament verschraubt. Die Antriebslaterne bestimmt die genaue Lage der Antriebsmaschine. 

Fundamentlose Aufstellung 

Die fundamentlose Aufstellung erfolgt, wenn die Gewichte der aufzustellenden Aggregate und die zu erwartenden Belastungen durch die Rohrleitungen begrenzt sind, die Pumpe transportabel bleiben muss oder Schwingungen gegen den Untergrund isoliert werden sollen. 

Tauchmotorpumpen wie die meisten Inlinepumpen und stopfbuchslosen Pumpen (z. B. Umwälzpumpe) werden ohne Fundament aufgestellt. Größere Einheiten erhalten gelegentlich zusätzlich ein einfaches Stützfundament oder es sind die Grundplatten so steif auszuführen, dass die Verformungen in Grenzen bleiben. 

Transportable Pumpen wie Feuerlöschpumpen oder mobile Pipelinepumpen werden direkt oder mit ihren Grundplatten auf dem fahrbaren Rahmen (z. B. Wagen, Schlitten) befestigt. Diese Aufstellung verlangt bewegliche Rohrleitungen. 

Tragbare Pumpen wie Garten- und Kellerentwässerungspumpen werden als Blockpumpen gebaut und bedürfen keines Ausrichtens von Kupplungen. Da es sich hier ausschließlich um kleine Pumpen handelt, die nicht an feste Rohrleitungen, sondern nur an Schläuche angeschlossen werden, sind keine Fundamente erforderlich. Das Motor- und Pumpengehäuse ist so konstruiert, dass es auf jede ebene, feste Unterlage gestellt werden kann. Bei Säurepumpen werden gelegentlich fundamentlose Grundplatten gefordert, damit aggres-sive Leckflüssigkeiten unter der Grundplatte leicht entfernt werden können. Solche Grundplatten müssen ausreichend steif sein, um auftretende Verformungen zu begrenzen. 

Nassaufstellung 

Wird das Pumpengehäuse auch von außen von der Förderflüssigkeit benetzt, dann wird diese Aufstellung als Nassaufstellung bezeichnet. Der Vorteil liegt in den geringeren Aufstellungs- und Baukosten. Die Pumpe wird dazu direkt in die zu fördernde Flüssigkeit eingetaucht, wie die Tauchpumpe (siehe Bohrlochwellenpumpe), Tauchmotorpumpe oder die meisten Rohrgehäusepumpen. Bei letzteren wird bei der Aufstellungsart noch unterschieden, ob die Gewichte von Pumpe und Motor von einer gemeinsamen Decke oder von verschiedenen Decken des Bauwerkes getragen und ob die Druckleitung über oder unter dem Flur des Pumpenkellers verlegt werden kann. 

Trockenaufstellung 

Bleibt das Pumpengehäuse auch von außen trocken, dann wird diese Aufstellung als Trockenaufstellung bezeichnet. Der Vorteil liegt im begehbaren Pumpenraum, wodurch eine regelmäßige äußere Kontrolle der Pumpe (z. B. an der Wellendichtung) und das Aufstellen anderer Maschinen möglich ist. 

Dies gilt für die häufigsten vertikalen Schiffspumpen, sowohl in Ständerbauart (Pumpenfuß sitzt auf Stahlrahmen des Maschinenraumflures und Pumpen- sowie Motorgehäuse sind durch Antriebslaterne verbunden) als auch in der Wandausführung (Motorlaterne an Maschinenraumwand befestigt). 

Auch bei Spiralgehäusepumpen anderer Pumpenverwendungsgebiete ist die Trockenaufstellung üblich. Dazu gehören die Petrochemie, Abwasserförderung (siehe Abwasserpumpe) sowie bei einigen Rohrgehäusepumpen.

Freiluftaufstellung 

Die Aufstellung eines Pumpenaggregates ohne schützendes Gebäude oder Dach wird als Freiluftaufstellung bezeichnet. Einheitliche Bedingungen für eine Freiluftaufstellung gibt es nicht, da diese sehr vom Einsatzort abhängig sind. So müssen auch die klimatischen Einflüsse wie Regen (Korrosions- und Spritzwasserschutz), Frost, Sonneneinstrahlung (Wärmedehnung), Flugsand und Windkräfte berücksichtigt werden.

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