Mehr Druck für das Münsterland

Die Qualität des Trinkwassers hat in Deutschland seit Jahrzehnten höchste Priorität und wird von fast allen Wasserversorgern zuverlässig eingehalten. Doch ein weiterer Faktor spielt bei der Wasserversorgung eine ebenso wichtige Rolle: Der Druck. Ein Abfall oder stark schwankender Wasserdruck wird als lästig empfunden, kann aber in den Haushalten und in der Industrie auch zu Schäden an Geräten und Anlagen führen. Um das zu vermeiden, müssen viele Wasserversorger ihre Technik an den veränderten Bedarf anpassen.

Das Projekt: Genug Wasserdruck für Stadtlohn

Mit schwankendem Wasserdruck hatten auch die SVS-Versorgungsbetriebe in Stadtlohn zu kämpfen. Die Versorgung war in Spitzenlastzeiten nicht mehr gewährleistet. Aufgrund eines Druckabfalls von ca. 1 bar über 3 Stunden ist schließlich beschlossen worden, das Reinwasser-Pumpenwerk im Wasserwerk Stadtlohn-Hundewick zu überplanen. Zielstellung war es außerdem, eine Energieeinsparung bei den Reinwasserpumpen zu erreichen.

Der Kunde: SVS-Versorgungsbetriebe

Die SVS-Versorgungsbetriebe stellen die öffentliche Energie- und Trinkwasserversorgung für die Städte Stadtlohn, Vreden und Südlohn (SVS) bereit, welche im westlichen Münsterland im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen liegen. Neben Strom, Erdgas und Glasfaserleitungen liefern die SVS-Versorgungsbetriebe über ein 472,2 km langes Rohrnetz pro Jahr im Schnitt 2,9 Mio. m³ Wasser an die Bevölkerung sowie Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft.

(Multitec V Pumpen, Rohre, Armaturen und Steuereinheiten im Wasserwerk Stadtlohn-Hundewick)

Äußerst platzsparend, trotzdem leistungsstark: Die Multitec V (vorne)

Die Herausforderung: Optimaler Wassertransport in beengten Platzverhältnissen

Es bestand keine ausreichende Mengenreserve bei der Trinkwasserabgabe für die Netze Stadtlohn und Südlohn. Bei Überschreiten von ca. 400 – 440 m³/h fiel der Druck bis auf 32 mWS ab und den Reinwasser-Pumpen gelang es nicht, die geforderte Menge zu fördern, obwohl die Förderhöhe mit 42 mWS deutlich unterhalb des zurzeit bekannten Auslegungspunktes von 54 mWS lag. Bei der Neuplanung musste außerdem berücksichtigt werden, dass das Wasserwerk äußerst beengte Platzverhältnisse bot und dadurch die meisten horizontal aufgestellten Pumpen am Markt nicht in Betracht kamen.spült werden muss, läuft die Pumpe 12 Mal pro Stunde an und wird dann wieder abgeschaltet. Das Ein- und Ausschalten ist sowohl für den Motor, als auch für die Lager eine hohe Belastung.

Die Lösung: Bewährte Pumpen mit modernster Steuerungstechnik

Mit der Fehleranalyse und Neuplanung wurde das Ingenieurbüro H2U betraut. Nach einer umfangreichen Überprüfung der Leistungsdaten und einer Energieeffizienzmessung des Wasserwerks wurden folgende Punkte festgestellt: Es bestand keine Redundanz, der Wirkungsgrad war ungünstig und hohe Förderfenster konnten nicht ausreichend bedient werden, da das Pumpwerk nicht für einen Förderstrom von mehr als 60 m³/h ausgelegt war, was aber 15% der Förderhäufigkeit entsprach.

Die Ingenieure beschlossen eine Modifizierung der Rohrleitung und der Fördermengen, die dann durch A+H Anlagentechnik vorgenommen wurde. Hierbei standen folgende Faktoren im Vordergrund: Die Anlage sollte flexibler und energieeffizienter werden, gleichzeitig aber auch eine höhere Redundanz bieten. KSB konnte mit der Multitec V eine sehr effiziente Pumpe mit Frequenzumrichter (FU) anbieten, die darüber hinaus nach modernsten Maßstäben bedienbar ist. Außerdem lässt sich die Pumpe vertikal aufstellen und passt dadurch perfekt in die beengten Platzverhältnisse. Vom Kostennutzenstandpunkt aus betrachtet war dies die beste Lösung am Markt. 

Das komplette Wasserwerk wird nun über FU unter Einsatz von KSB SuPreme Motoren geregelt. Die Wassermengen der FUs sind hierbei über PumpDrive ermittelbar. Die Bedienbarkeit der FUs über ein mehrzeiliges Display ist dabei denkbar einfach; zusätzlich kann sie über Bluetooth durch ein Smartphone eingestellt werden. Auch die gewünschte Energieeinsparung wurde durch den Einsatz von SuPremE Motoren gewährleistet. Die FUs werden hierbei zusätzlich zur Errechnung der geförderten Durchflussmengen genutzt, was die Anschaffung von Magnetisch-induktiven Durchflussmessern erspart.Die Zusammenarbeit aller Beteiligten lief so gut, dass KSB bereits ein weiteres Wasserwerk in Vreden auf KSB SuPremE PumpDrive 2 und KSB Guard umgebaut hat.

(Etanorm Pumpen, Rohre, Armaturen und Steuereinheiten im Wasserwerk Stadtlohn-Hundewick)

Etanorm-Pumpen (vorne) mit PumpMeter, KSB Guard und PumpDrive (hinten)

Zahlen I Daten I Fakten

Anlage: Wasserwerk
Endkunde: SVS-Versorgungsbetriebe

Projektdaten
2x Multitec V
3x Etanorm 
5x PumpDrive 
5x PumpMeter 
5x KSB Guard